Do, 23. November 2017

Pubertätskrisen

19.03.2008 19:21

Mädchen in der Bikinifalle

„Der einzige Einführungsritus in die Erwachsenenwelt ist heute das Komasaufen“, fehlen dem Linzer Diakonie-Leiter Werner Gerstl die gesellschaftlichen Strukturen für Jugendliche. Die Folgen sind magersüchtige Mädchen und Buben ohne männliche Vorbilder. Die „Elternakademie“ der Diakonie informiert über Pubertätskrisen.

Unter dem Motto „Mütter-Töchter/Väter-Söhne“ startet die Diakonie Zentrum Spattstraße ihre jährliche „Elternakademie“ - heuer in Ried. Pubertätsprobleme stehen bei allen vier Vorträgen im Zentrum, den Anfang machen Mädchen in der „Bikinifalle“: „Vielen bleibt zu wenig von der Kindheit, sie werden sofort mit Schlankheitsbildern konfrontiert. Das Chaos der Pubertät wird zuviel und sie ziehen die Bremse - hören auf zu essen“, erklärt Gerstl das Dilemma magersüchtiger Mädchen.

Mit der „Elternakademie“ will man hier Lösungen anbieten, Fragen beantworten. Schließlich werden in der Linzer Spattstraße laufend etwa zehn lebensbedrohliche Fälle von Magersucht behandelt, Tendenz steigend. Aber auch Buben machen Probleme. Infos gibt´s unter dem Link in der Linkbox.

„Väter müssen zweite Hebammen sein“
Max Kastenhuber, Psychotherapeut im Diakonie Zentrum Spattstraße, hält bei der „Elternakademie“ einen Vortrag über die Probleme pubertierender Buben.

Was fehlt den Burschen heutzutage am meisten?
Das männliche Vorbild! Der Vater ist für die Persönlichkeitsentwicklung eines Jungen sehr wichtig. Er muss ihm helfen, sich von der Mutter zu lösen - so wie eine zweite Hebamme. Außerdem soll er vor allem in der Pubertät eine Art Kampfrivale für den Sohn sein, das ist ganz natürlich. Die Mutter ist eher für die Gefühlsthemen zuständig.

Und ohne Vater?
Dann passiert es häufig, dass die Buben zu Hause der Boss sein wollen, die Beziehung zur Mutter und auch spätere Liebesbeziehungen leiden darunter.

 

Symbolfoto: Sepp Pail

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