Di, 24. Oktober 2017

Cavalera Conspiracy

18.03.2008 16:39

Cavalera Conspiracy: „Inflikted“

Mit der brasilianischen Thrash-Metal-Kombo "Sepultura" wurden die Geschwister Max und Igor Cavalera weltberühmt. 1996 war es mit der Bruderliebe allerdings vorbei: Wegen interner Streitigkeiten verließ Max die Band und gründete mit "Soulfly" ein nicht weniger erfolgreiches Projekt. 2008 ist nun das wahr geworden, woran viele Fans längst nicht mehr zu glauben wagten: Als "Cavalera Conspiracy" melden sich die Brüder in trauter Zweisamkeit zurück.

"Inflikted" heißt das Werk der beiden, das musikalisch – wenig überraschend – irgendwo zwischen "Sepultura" und "Soulfly" anzusiedeln ist. Der "Sepultura"-Anteil scheint jedoch zu überwiegen, bedient man sich der für "Soulfly" typischen perkussiven Elemente doch nur äußerst sporadisch und mischt nur hier und da ein paar melodiösere Töne mit ein.

Ansonsten ist "Inflikted" vor allem eines: ein staubtrocken produziertes Metal-Album, ohne Schnörkel und Schnickschnack, das nur ein einziges Ziel zu verfolgen scheint: den Gehörgang des Lauschenden mal so richtig durchzuspülen  - wenn es sein muss, bis es blutet. Dafür sorgen neben "Sänger" Max und Igor an den Drums nicht zuletzt auch Gojira-Bassist Joe Duplantier sowie Soulfly-Klampfer Marc Rizzo.

Zu viert machen die Herrn das, was der ungeübte Hörer gemeinhin wohl als "Höllenlärm" bezeichnen würde. Bereits die crescendieren Gitarren des Openers "Inflikted", die sich nach einigen Sekunden in einem wahren Trommelhagel entladen, dürften Fans von Céline Dion und Co. in Ohnmacht fallen lassen.

Eine Pause gönnen sich die vier Krachmacher auf den insgesamt elf Songs fortan nicht, stattdessen bohren sich "Cavalera Conspiracy", begleitet von allerlei Blastbeats ("Nevertrust") und sich hoch schraubenden Gitarren-Soli ("Ultra-Violent"), allmählich wie ein Presslufthammer in die Schädeldecke.

Spätestens wenn sich Max auf "Bloodbrawl", dem wohl vielschichtigsten Song des Albums, die Seele aus dem Leib schreit, dürften alte "Sepultura"- und "Soulfly"-Hasen einfach nur rundum zufrieden und glücklich sein. Alle anderen, die "Weicheres" gewohnt sind, dürften mit der kompromisslosen Härte des Quartetts ohnehin nichts anfangen können. Musik muss manchmal aber eben einfach auch ein bisschen weh tun...

Fazit: 9 von 10 schmerzlich verdienten Punkten

Sebastian Räuchle

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