Do, 19. Oktober 2017

"Raucher-Theater"

20.02.2008 11:09

Rauchverbot: Gäste sind Laiendarsteller

Die sechswöchige Schonfrist für Raucher in Bayern ist vorbei, ab jetzt werden Wirte, die ihre Gäste noch qualmen lassen, kräftig zur Kasse gebeten. Nicht so ein Beislbesitzer in der bayrischen Ortschaft Memmingen. Er hat sein Pub als Laienbühne deklariert, weil das Gesetz bei "künstlerischen Darbietungen" rauchende Akteure in Lokalen, Theatern etc. erlaubt. Seine Gäste seien fortan Amateurschauspieler, die "Szenen aus der Zeit vor dem bayrischen Rauchverbot darstellen", berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Das "Nichtraucherschutzgesetz" trat in Bayern mit Jahresbeginn in Kraft. In den ersten sechs Wochen kamen Wirte und Raucher in dem Freistaat bei Verstößen meist mit mündlichen Ermahnungen davon. Dazwischen gab es Wirte, die ihr Lokal zum Raucherclub, Verein und sogar zur Kirche machten.

Wer aber künftig dagegen verstoße, dem drohen nun verstärkt Strafen, sagte Umweltminister Otmar Bernhard am Dienstag in München. Robert Manz, dem die Bar "Treff" in Memmingen gehört, kann darüber nur lachen. Er habe eine Gesetzeslücke entdeckt, so der Wirt. Und in der Tat - beim Lokalaugenschein der "Süddeutschen" wusste jeder Gast seine Rolle zu erklären. Einer sagte, er übe für seine Rolle als "Raucher in der Zeit vor dem Rauchverbot" schon seit 40 Jahren. Ein anderer spielt den "Nichtraucher, dem Qualm nichts ausmacht".

Brenzlig wird es für den einfallsreichen Wirten aber trotzdem: Der Bürgermeister von Memmingen muss entscheiden, ob er wider der Umwidmung zur "künstlerischen Darbietung" ein Bußgeld verhängt oder Manz die Konzession entzieht. Dann würde der ganze Fall vor Gericht landen und Manz müsste mit einem langen, kostspieligen und risikoreichen Verfahren rechnen. Für den Wirt steht nach eigenen Angaben aber die Existenz auf dem Spiel. Wenn er das "Treff" zur rauchfreien Zone machen müsste, ginge er Pleite.

 

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