Do, 14. Dezember 2017

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18.02.2008 11:02

Das waren die Grammys 2008!

Auf die mit Drogen- und Alkoholproblemen kämpfende britische Sängerin Amy Winehouse ist bei der Grammy-Verleihung am Sonntagabend ein wahrer Preisregen niedergegangen. Die 24-Jährige erhielt bei der Gala in Los Angeles fünf der begehrten Musikpreise, unter anderem für den Song des Jahres ("Rehab") und für das beste Pop-Album ("Back To Black"). Winehouse war überwältigt und bedankte sich via Satellitenschaltung aus London beim Publikum. Den am meisten umjubelten Auftritt des Abends legten allerdings Rock-Ikone Tina Turner und R&B-Star Beyonce Knowles aufs Parkett. In eng anliegenden silberfarbenen Outfits sangen sie Turner-Klassiker wie "What's Love Got To Do With It". krone.at hat die besten Bilder des Abends!

Der amerikanische Rapper Kanye West, mit acht Nominierungen der eigentliche Top-Favorit, konnte immerhin drei Trophäen ergattern. Wests CD "Graduation" wurde zum besten Rap-Album gekürt, der Song "Stronger" zum besten Soloauftritt eines Rappers und "Good Life" zum besten Rap-Song. West ehrte außerdem seine vor kurzem gestorbene Mutter Donda mit dem emotional vorgetragenen Song "Mama". Er hatte sich das Wort auch in den Hinterkopf rasiert.

Rührende Zuschaltung aus London
Amy Winehouse, die derzeit eine Entziehungskur macht, nahm an der Gala nicht persönlich teil. Sie wurde aus London live zugeschaltet. "Es ist eine Ehre, hier zu sein. Danke Ihnen sehr, sehr", sagte sie mit tonloser Stimme. Doch als ihr fünfter Preis für die CD "Back To Black" bekanntgegeben wurde, verlor sie beinahe die Fassung. Trotz des Jubels im Publikum wandte sich die 24-Jährige mit zuckendem Gesicht ab und vergrub den Kopf erst an der Schulter eines Musikers, später lehnte sie sich lange an ihre Mutter. "Für meine Mutter und meinen Vater, für meinen Blake, meinen eingesperrten Blake, und für London", sagte sie mit Hinweis auf ihren Mann Blake Fielder-Civil, der derzeit wegen Körperverletzung im Gefängnis sitzt.

Um Amys Auftritt hatte es im Vorfeld langes Rätselraten gegeben. Zunächst war unklar, ob sie aus gesundheitlichen Gründen überhaupt reisen sollte. Zudem verweigerten ihr die US-Behörden wegen ihrer Drogenabhängigkeit anfänglich ein Einreisevisum. Obwohl sie die Papiere schließlich bekam, blieb sie - wie es hieß - aus "logistischen Gründen" in London. Von dort wurde sie aus einem plüschig-roten Club mit Fanpublikum zugeschaltet. Blass und in sich gekehrt gab sie den Hit "Rehab" zum Besten - ihre trotzige Absage an eine Entziehungskur.

Preis für Album des Jahres an Jazzlegende
Die britische Sängerin war insgesamt für sechs Grammys nominiert. Nur den Preis für das Album des Jahres erhielt sie nicht - er ging stattdessen überraschend an US-Jazzlegende Herbie Hancock für seine CD "River: The Joni Letters". "Sie wissen ja, dass es 43 Jahre her ist, seit ein Jazz-Künstler zum ersten und einzigen Mal diesen Preis bekommen hat", sagte Hancock überwältigt.

Drei Awards für Altrocker Bruce Springsteen
Altrocker Bruce Springsteen erhielt drei Preise, unter anderem für die beste Rocksingle "Radio Nowhere". Zum besten Rockalbum des Jahres wurde "Echoes, Silence, Patience & Grace" von der Band Foo Fighters gekürt.

Umjubelter Auftritt von Beyonce und Tina Turner
Einen umjubelnden Auftritt zum 50. Jubiläum der wohl bedeutendsten Musikpreise der Welt hatten Rock-Ikone Tina Turner und R&B-Star Beyoncé Knowles. In eng anliegenden, silberfarbenen Outfits sangen sie Turner-Klassiker wie "What's Love Got To Do With It". Auftritte hatten auch Aretha Franklin, Ringo Star, Stevie Wonder, Cindy Lauper und Tony Bennett.

Beste "R&B"-Single an Alicia Keys
Alicia Keys nahm den Preis für ihren Hit "No One" als beste R&B-Single aus den Händen von Popstar Prince entgegen. Sie hatte den Galaabend im Staples Center mit dem Duett "Learnin' the Blues" eröffnet - gemeinsam mit einer schwarz-weißen Videoprojektion von Frank Sinatra. "Frank Sinatra sah gut aus für seine 150 Jahre, oder?", scherzte Prince.

Hörbuch-Grammy für Obama
Auch für den US-Präsidentschaftsanwärter Barack gab es einen Grammy: Er wurde für die Hörbuchfassung seiner Version vom amerikanischen Traum ausgezeichnet. Die Audio-Version seines Buchs "The Audacity of Hope: Thoughts on Reclaiming the American Dream" (Titel der deutschen Ausgabe: "Hoffnung wagen - Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream") gewann in der Kategorie "Gesprochenes Wort". Damit stach der Senator von Illinois gleich zwei frühere US-Präsidenten aus, denn Bill Clinton, der Mann von Obamas parteiinterner Rivalin Hillary Clinton, und Jimmy Carter waren ebenfalls in dieser Kategorie nominiert. Für Obama ist es bereits sein zweiter Grammy, seinen ersten hatte er 2005 für die Hörbuch-Fassung seiner Autobiographie "Dreams From My Father" ("Träume meines Vaters") erhalten.

Die Grammys, die bedeutendsten Musikpreise der USA, wurden zum 50. Mal in 110 Kategorien verliehen. Die Gala-Veranstaltung wurde im Fernsehen übertragen. Sie war von dem noch laufenden Streik der Hollywood-Autoren ausgenommen.

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