So, 19. November 2017

Streik droht

09.02.2008 18:51

Pro mente-Arbeiter wegen Lohndumping empört

„Darf´s ein bisserl weniger sein?“ Dieses Lohn-„Angebot“ gibt es für 800 von 1200 Mitarbeitern des Sozialvereins pro mente. Nun sind auch die 130 Angestellten des Vereins EXIT betroffen. Niemand will das Lohndumping akzeptieren - Kündigungen drohen. Intern wird der Ruf nach Streik lauter.

„Wir lassen uns nicht wie die Lamperln zur Schlachtbank führen“, gibt sich Gewerkschafts-Regionalchef Andreas Stangl kämpferisch. Er stehe hinter den Mitarbeitern. Die wollen das Lohndumping nicht akzeptieren: Insgesamt 930 langjährige Angestellte von pro mente und EXIT müssten in Zukunft ohne die bisher alle zwei Jahre üblichen Einkommenssprünge auskommen, weil „die Gehaltskurve eingebremst werden müsse“, so die Geschäftsleitung. Für Soziallandesrat Josef Ackerl sei das bisherige Schema nicht mehr finanzierbar. Änderungskündigungen drohen, denn schon jetzt hat die Belegschaft in einer Resolution das „Angebot“ abgeschmettert und die Rücknahme gefordert - das Schreiben ging an Geschäftsführung und Politik.  Die Zeichen stehen intern auf Streik - Stangl hofft aber auf das Einlenken der Vereine beziehungsweise des Sozialressorts: „Ich glaube nicht, dass es Änderungskündigungen gibt. Es ist ja noch Zeit zu verhandeln.“

Denn erst am 7. März werden die betroffenen Mitarbeiter schriftlich informiert.

„Kürzungen sogar bei behinderten Angestellten“
Zornig, aber gegen einen Streik ist pro mente-Betriebsratsvorsitzender Martin Herzberger. Er verhandelt die Sache lieber am grünen Tisch.

Viele Mitarbeiter sind bereit, zu streiken, wenn die Lohnverschlechterungen wirklich kommen.
Das verstehe ich. Schließlich sind von der Umstellung auf den neuen Kollektivvertrag sogar behinderte Kollegen und Frauen in Karenz betroffen. Das macht schon zornig. Aber Streik ist nicht die Lösung. Zuerst müssen wir versuchen, unsere Ziele mit Verhandlungen zu erreichen.

Ein Streik hätte ja auch schwerwiegende Folgen.
Richtig. Das wäre natürlich eine Katastrophe, wenn unsere Leistungen für zwei oder drei Tage ausfallen würden. Schließlich versorgt der Sozialverein pro mente etwa 25.000 Oberösterreicher. Das würde dann alles zusammenbrechen.

Der nächste Schritt?
Wir warten, wie die Verantwortlichen in der Geschäftsführung und beim Land Oberösterreich auf unsere einstimmig beschlossene Resolution reagieren werden. Bisher gab es aber noch kein Angebot, es zeigte sich auch noch niemand gesprächsbereit.


Foto: Strauss

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