Mo, 11. Dezember 2017

Neue Diskussion

21.01.2008 19:36

Gewaltvideos stumpfen Kids ab

Vor einer Woche titelte die „Krone“: „Immer mehr Jugendliche kriminell“ - 33.068 Verdächtige waren 2006 höchstens 18 Jahre alt. Eine Steigerung um 4400 Fälle, vor allem bei Schlägereien und Körperverletzungen. „Kein Wunder“, meldet sich jetzt ein Linzer Jugendpsychiater zu Wort, „heutzutage wird das Gehirn von jungen Menschen mit Gewaltszenen bombardiert!“

Beim Krimi im Fernsehen fängt es an, Killerspiele und Gewaltvideos im Internet folgen: „Heutzutage werden Kinder und Jugendliche durch den frühen Kontakt mit Medien total abgebrüht“, erklärt Primar Werner Leixnering von der Jugendpsychiatrie der Wagner-Jauregg-Klinik in Linz: „Das Gehirn stumpft ab, wird unkritisch  Nachahmung ist die Folge.“

Den Arzt schrecken aber nicht die steigenden Zahlen bei der Jugendkriminalität - die steigenden Anzeigen wegen Gewalt sind für ihn eher ein Zeichen, dass die Gesellschaft Schlägereien unter Kindern und Teenagern ernster nimmt. Viel beunruhigender ist laut dem Arzt, dass sich die Kids nicht nur prügeln, sondern das mit dem Handy aufnehmen und sich danach darüber lustig machen - das so genannte „Happy slapping“: „Das darf nicht zum Tabuthema werden. Es passiert auch bei uns in Oberösterreich, und Handys zu verbieten bringt da nichts. Lehrer und Eltern müssen den abgestumpften Kindern und Jugendlichen klarmachen, was sie da eigentlich machen“, fordert Leixnering.

Aber Nachspionieren wäre zumindest bei Teenagern der absolut falsche Weg, denn auch Jugendlichen gebührt eine Privatsphäre.

 

Symbolfoto: Peter Tomschi

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden