Fr, 19. Jänner 2018

"Bitte nicht!"

22.04.2008 16:54

Bauarbeiter rektal untersucht - "zu Recht"!

Eigentlich ist einem New Yorker Bauarbeiter "nur" ein Holzbalken auf den Kopf gefallen, seine Platzwunde wurde genäht. Doch dann zwang ihn ein Ärzteteam auch noch zu einer Rektaluntersuchung! Zu Recht, befand jetzt das zuständige Geschworenengericht, obwohl sich der 38-jährige Brian Persaud gegen die Untersuchung gewehrt hatte.

Persaud hatte durch besagten Holzbalken im Mai 2003 eine Platzwunde über den Augenbrauen erlitten, die dann im New Yorker Presbyterian Hospital mit acht Stichen genäht wurde. Zugleich rieten die zuständigen Ärzte zur Rektaluntersuchung, um über mögliche Schäden an der Wirbelsäule befinden zu können.

Der 38-Jährige wehrte sich in der Notaufnahme mit Händen und Füßen gegen die bevorstehende Untersuchung seines Enddarmausgangs, dennoch schritt das Krankenhauspersonal zur Tat. "Tun Sie das nicht", schrie der 38-jährige Mann noch und schlug wild um sich. Dabei traf er einen Arzt, der ihn schließlich mit einer Spritze betäuben ließ, um die Untersuchung vorzunehmen.

Mit Handschellen ans Bett gefesselt
"Er wollte sich wehren, da er nicht wusste, was die Ärzte mit ihm machen wollten. Die Sache hätte sofort beendet werden müssen, nachdem er gesagt hat, dass er keine Rektaluntersuchung will", sagte Gary De Filippo, einer von Persauds Anwälten, im Laufe der zweiwöchigen Gerichtsverhandlung.

Als Persaud wieder zu sich kam, war er nach seinen Angaben mit Handschellen ans Bett gefesselt, seine Stirn zierte eine Acht-Stiche-Naht und in seinem Hals steckte ein Sauerstoffschlauch. Am Rektum spürte er Gleitmittel, sagte der 38-Jährige. Vor Gericht sagten Zeugen jedoch aus, dass die Untersuchung gar nicht durchgeführt worden war.

Fragwürdiges Urteil
Nach rund einstündiger Beratung stimmten die Geschworenen gegen die Anklage des Bauarbeiters. Urteilsbegründung: Es sei nicht falsch, einen Mann rektal zu untersuchen, nachdem er auf einer Baustelle von einem herabfallenden Holzbalken getroffen wurde. Persauds Anwalt kündigte bereits an, das Urteil anzufechten. Die Rektaluntersuchung sei als Vergeltung für die Attacke gegen den Arzt durchgeführt worden, vermutet er. Die Anklage gegen Persaud wegen des tätlichen Angriffs auf den Arzt wurde übrigens abgewiesen.

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