Mo, 11. Dezember 2017

Musical im Zentrum

13.01.2008 13:30

"Zukunfstmusik" für Linzer Theater

Als „Pappschachtel“ - ein zerlegbares Funktionsmodell aller Gebäudeebenen - ist das neue Linzer „Park-Theater“ an der Blumau schon fertig, bis zur Eröffnung in der Realität werden aber noch vier Jahre vergehen. Trotzdem spielt Intendant Rainer Mennicken schon „Zukunftsmusik“: Das Musical soll ein Schwerpunkt werden.

„Was hat der Besucher von diesem Haus?“ Das ist in der derzeitigen Phase, dem Übergang von der Entwurfs- zur Einreichplanung, die Hauptfrage, die Architekten und Theaterleute beschäftigt.

Daher wird gerade an vielen (Bau-)Details der „Besucherfreundlichkeit“ gefeilt, als da sind: cineplex-ähnliche Beinfreiheit im Zuschauersaal und möglichst viel Sicht auf die Bühne (100 Prozent Sicht für 80 Prozent der Sitze), Barrierefreiheit auch im Brandfall durch einen Speziallift, endlich großzügig dimensionierte Damen-Toiletten, größere Foyer-Flächen und eine Theater-Cafeteria mit Weitblick auf dem Dach.

Welche neuen inhaltlichen Schwerpunkte will Intendant Menniken setzen? „Ich plädiere für das Musical“, erzählt er dem Verein der Musiktheater-Freunde: mehr Produktionen als bisher - und schließlich die Errichtung einer eigenen Musicalkompanie unter dem Dach des Landestheaters. „Das schließt den Mut ein, auch Musicals ur- und erstaufzuführen, ja vielleicht sogar selbst welche zu entwickeln.“

Zweite Parole: „Mehr Barock“, nämlich ein Ausbau des Angebotes an Barockoper-Projekten. Auch das dramatische Fach müsse ausgebaut werden, wenn es Wagners „Ring“ und andere Opern geben soll. Dritter Schwerpunkt: spezielle Nachwuchsprogramme für junge Sängerinnen, Sänger und Komponisten.

Im März 2008 soll der Straßenbau beginnen, im Oktober 2008 ist dann Spatenstich für das Theater.




„Die große Herausforderung, Verständnis zu schaffen“
Dr. Thomas Königstorfer, kaufmännischer Direktor des Landestheaters, ist als Mitglied der Errichtungsgesellschaft wichtiger „Geburtshelfer“ für das Musiktheater am Volksgarten. Für ihn der entscheidende Aspekt: Was bringt das neue Haus den Besuchern?

Wieder hat eine Volksbefragung -  bei der Energie AG diesmal schon im Vorfeld - ein großes Vorhaben gekippt. Das hat bei Ihnen sicher Erinnerungen an die Musiktheater-Volksbefragung des Jahres 2000 geweckt . . .
Es hat sich gezeigt, dass es augenscheinlich schwer machbar ist, einer breiten Öffentlichkeit komplexe Zusammenhänge zu vermitteln - wenn dem auf der anderen Seite ein sehr knapp formulierter Kontrapunkt entgegengesetzt wird.

Was kann man daraus für das Theater an der Blumau lernen?
Es wird sicher noch eine Herausforderung, bis zur Eröffnung des neuen Hauses - Ende 2011 oder in der ersten Jahreshälfte 2012 - Verständnis dafür zu schaffen, was dieses neue Haus tatsächlich können wird und was es dem Besucher bringt.

Und was wird es ihm bringen?
Wir wollen dem Musical-Fan etwas bieten, dem Opern-Fan ebenso - aber auch der ganzen Breite der Musik-Interessierten. Niemand wird mehr in den Bus steigen müssen, um dafür nach Wien oder Mörbisch oder Salzburg fahren zu müssen!

Eine ambitionierte Ansage.
Dazu brauchen wir Fantasie und eine künstlerisch intelligente Programmierung. Wir wollen den anderen Bühnen keinen Starkult – á la Netrebko - entgegensetzen. Sondern den Weg besonders über das Musical gehen, das Musik, Tanz und Schauspiel zusammenführt.

2012 geht das los.
Und spätestens 2009 muss die Konzeption dafür auf dem Tisch liegen.





Foto: Horst Einöder

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