Sa, 20. Jänner 2018

Gegen Qualm

31.08.2007 18:15

Raucher/ Nichtraucher ab 2008 in Lokalen getrennt

Mit der Ankündigung von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky, ab 1.1 2008 eine räumliche Trennung von Rauchern und Nichtrauchern in Lokalen gesetzlich vorzuschreiben, ist die Debatte um ein neues Raucher-Gesetz neu entbrannt. Während österreichische Fachärzte das Vorhaben als "ungenügend" bezeichneten, zeigte sich der Fachverband Gastronomie durchaus zufrieden.
Nachdem mit der freiwilligen Selbstverpflichtung der Gastronomen nicht das gewünschte Ergebnis erzielt wurde, hat das Gesundheitsministerium im Sommer an einer Novelle des Tabakgesetzes gearbeitet. Der entsprechende Gesetzesentwurf soll kommende Woche in Begutachtung gehen und noch im Herbst im Ministerrat behandelt werden.


Er sieht vor, dass sich Gastronomiebetriebe mit weniger als einer Fläche von 75 Quadratmetern entscheiden müssen, ob sie zur Gänze Raucherlokal oder qualmfreie Zone sein wollen. Größere Lokale müssen Raucher und Nichtraucher verpflichtend räumlich trennen.


Manche Lokalbesitzer sehr unglücklich

Die geplante Regelung sei durchaus im Sinne der Wirtschaftskammer, sagte Helmut Hinterleithner, Obmann des Fachverbandes Gastronomie. Ein generelles Rauchverbot hätte viele Betriebe, vor allem die kleineren, vor Existenzprobleme gestellt.


Viele befragte Lokale, die bereits Nichtraucher-Bereiche eingerichtet haben oder gänzlich qualmfreie Zonen sind, sehen dem neuen Gesetz gelassen entgegen. Raucher würden Verständnis zeigen, Umsatzeinbußen gebe es keine. Äußerst unglücklich über die neue Regelung zeigten sich hingegen Lokalbesitzer, die die Regelung aus baulichen Gründen schwer umsetzen können.


Ärzte: Absolutes Rauchverbot besser

Medizinern ist der Gesetzesvorschlag zu lasch. Befragte Fachärzte halten ein absolutes Rauchverbot für die einzig wirksame Lösung. Alles andere seien "halbherzige Kompromisse zulasten der Gesundheit der Bevölkerung", so Ärztekammerpräsident Walter Dorner. Der Präsident der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie, Kim Fox, sagte am Freitag in Wien, dass es unerhört positive Auswirkungen auf die Gesundheit hätte, würde Rauchen in Europa gar nicht mehr vorkommen.


Für Kdolsky ist ein totales Qualmverbot in Lokalen angesichts des hohen Prozentsatzes an heimischen Rauchern ein zu "gravierender Schritt" gewesen. Rund ein Drittel der Österreicher, insgesamt 2,3 Millionen, greift regelmäßig zum Glimmstängel.


ÖBB rauchfrei

Ab 1. September darf in allen Zügen der ÖBB nicht mehr geraucht werden, kündigte Unternehmens-Chef Martin Huber am Donnerstag an. Man richte sich damit einerseits nach den Wünschen der Fahrgäste, andererseits folge man einem internationalen Trend. Zudem seien Plätze in Raucherabteilen zuletzt immer häufiger frei geblieben.
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