Fr, 19. Jänner 2018

Paradeiserschlacht

29.08.2007 16:56

117 Tonnen Tomaten als Wurfgeschosse

Mehr als 40.000 Menschen haben sich an der größten Paradeiserschlacht der Welt in der ostspanischen Kleinstadt Bunol beteiligt. Die "Krieger" haben sich am Mittwoch eine Stunde lang mit überreifen Paradeisern beworfen. Als Munition hatte die Stadt in der Nähe von Valencia die Rekordmenge von 117 Tonnen des roten Gemüses bereitgestellt. Das beliebte Spektakel tauchte Plätze, Straßen und Hauswände der 10.000 Einwohner zählenden Stadt in eine matschige Brühe.

Die "Tomatina" findet seit über 60 Jahren am letzten Mittwoch im August statt. Sie lockt zahllose Touristen aus ganz Europa, aus Asien und den USA an. Das Ziel der Schlacht besteht darin, den anderen Teilnehmern möglichst viele Tomaten ins Gesicht zu werfen (Bilder siehe Infobox). Nach Angaben der Behörden erlitten zehn "Krieger" leichte Verletzungen an den Augen.

Um schwerere Blessuren zu verhindern, ist es nach dem Reglement vorgeschrieben, die Paradeiser vor dem Werfen in der Hand zu zerdrücken. Zudem sind die Lieferanten angewiesen, nur überreife Früchte bereitzustellen. Ein Böllerschuss setzte der Schlacht nach einer Stunde ein Ende. Manche Teilnehmer standen fast bis zu den Knien im Brei. Mit Holzschiebern und Wasserschläuchen entfernten die Stadtreinigung und die Feuerwehr anschließend in Minutenschnelle die schleimige Masse von den Straßen.

Die Ursprünge des Festes sind unbekannt. Nach der Legende sollen junge Leute in den 40er Jahren einen Umzug mit Paradeisern beworfen und damit die erste Tomatenschlacht ausgelöst haben. Die "Tomatina" war unter der Franco-Diktatur bis 1959 verboten. Die Stadt unternahm später einen neuen Versuch, das Spektakel zu unterbinden, beugte sich aber dem Druck der Bevölkerung und übernahm 1980 selbst die Veranstaltung des Festes.

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