Mi, 17. Jänner 2018

Alkoholprobleme

29.08.2007 14:25

Steirer wegen Bombendrohung verurteilt

Ein 35-jähriger Steirer ist am Mittwoch wegen einer Bombendrohung gegen den Bahnhof am Grazer Straflandesgericht zu zwei Jahren Haft, davon acht Monaten unbedingt, verurteilt worden. Außerdem erging die Weisung, sich einer Therapie wegen der Alkoholsucht zu unterziehen. "Ich war verzweifelt und wollte auf meine Probleme aufmerksam machen", sagte der Mann über das Motiv seiner Tat.

Der Angeklagte hatte schon mehrmals Probleme mit Alkohol, so auch im Frühjahr dieses Jahres. Am 17. Mai tätigte er rund 40 Anrufe, unter anderem beim Roten Kreuz, der Polizei, der Feuerwehr und der "Kronen Zeitung". Überall verkündete er, dass am Bahnhof eine Bombe liege. Die Folge war eine Evakuierung und rund fünfstündige Sperre des gesamten Areals, was Kosten in der Höhe von rund 9.000 Euro verursachte.

Täter wollte Aufmerksamkeit
"Warum haben Sie das gemacht? Sie haben keine Forderungen gestellt, nichts. Wollten Sie nur Spaß haben?", fragte Richter Erik Nauta. Der Beschuldigte verneinte und zeigte sich reuig.

"Ich wollte auf meine ausweglose Situation aufmerksam machen", erklärte er seine Beweggründe. Seinen Angaben zufolge habe er sich mehrmals vergeblich bemüht, einen Therapieplatz für eine Alkoholentwöhnung zu bekommen. Er forderte am Telefon, dass ein Polizeibeamter, den er kannte, zu ihm kommen solle. Dieser Polizist hatte ihm schon bei mehreren Selbstmorddrohungen geholfen und ihn von seinem Vorhaben wieder abgebracht. Er konnte ihn auch diesmal in ein Gespräch verwickeln, wodurch die Sache rasch beendet war.

"Sinnlose Verzweiflungstat"
Der Verteidiger bezeichnete den Vorfall als "sinnlose Verzweiflungstat". Der Staatsanwalt wollte nicht so recht an eine ganz spontane Tat glauben. Außerdem gab der Ankläger zu bedenken, dass die Tat "Auslöser für weitere Nachahmungstäter" gewesen sei. Innerhalb kürzester Zeit gingen dann nämlich Bombendrohungen im LKH Leoben, im LKH Wagna und im Grazer Wifi ein.

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