Mi, 17. Jänner 2018

Proteste in Ungarn

25.08.2007 19:44

Rechte "Ungarischer Garde" gegründet

Die offizielle Gründung der rechtsextremen paramilitärischen Organisation "Ungarische Garde" in Budapest ist am Samstagnachmittag begleitet von Protesten, aber ohne Zwischenfälle verlaufen. Laut Nachrichtenagentur MTI waren rund 3.000 Menschen anwesend, als die feierliche Vereidigung der ersten Garde-Mitglieder, hinter der die nicht im Parlament vertretene, rechtsextreme Partei Jobbik (Bewegung für ein besseres Ungarn) steht, stattfand.

Die schwarze Uniformierung der Garde-Mitglieder weckt Assoziationen mit er nationalsozialistischen SS. Zudem sind im Wappen der Garde die rot-weißen "Arpadenstreifen" zu sehen. Dieses alte ungarische Wappenelement war unter anderem in der Fahne der ungarischen Faschisten, der Pfeilkreuzler, verwendet worden.

1.000 Angehörige demonstrierten
Rund 1.000 Angehörige der Ungarischen Anti-Faschistischen Liga demonstrierten nahe dem Veranstaltungsort gegen die paramilitärische Einheit, die als Verein registriert ist. Mehrere hundert Polizisten waren im Einsatz. Auch Politiker der sozial-liberalen Regierungsparteien, allen voran der sozialistische Regierungschef Ferenc Gyurcsany, hatte sich sich öffentlich gegen die "Ungarische Garde" gewandt. Auch mehrere internationale und ungarische jüdische Organisationen hatten sich besorgt gezeigt.

In Erinnerung an den Aufstand gegen die stalinistische Herrschaft in Ungarn 1956 wurden am Samstag 56 Garde-Mitglieder angelobt. Jobbik-Vorsitzender Gabor Vona sagte, man rechne mit der Aufnahme von mehreren Tausend weiteren Mitgliedern am 23. Oktober, dem Jahrestag des Aufstandes. Zwei Tausend hätten ihre Bereitschaft bekundet beizutreten. Die "Garde" werde sich nicht in die Tagespolitik einmischen, sondern werde dem globalen Kapitalismus, der die Bürger zu bloßen Konsumenten machen wolle, den Kampf ansagen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden