Fr, 20. April 2018

Strom zum Nulltarif

24.08.2007 17:04

Das eigene Kraftwerk im Haus

Einfamilienhausbesitzer können künftig ihren eigenen Strom erzeugen und so gratis heizen. Denn eine Weltneuheit startet ab sofort auch in Österreich: „Sunmachine“ ist ein Klein-Kraftwerk, das aus Biomasse Strom und Wärme erzeugt. Diese - bislang weltweit konkurrenzlose - Erfindung soll künftig nicht nur kräftig die Brieftasche preisgeplagter Hausbesitzer schonen, sondern ist, da mit Pellets betrieben, auch extrem umweltfreundlich.

Klein-Kraftwerke für Stromgewinnung sind im Prinzip nichts Neues. Im Gewerbe, vor allem in der Land- und Gastwirtschaft, werden sie bereits seit Langem eingesetzt. Das Problem für den privaten Verbrauch lag bislang allerdings darin, dass herkömmliche Modelle mit einem klassischen Verbrennungsmotor, wie er auch bei Autos zu finden ist, betrieben wurden. Die Nachteile liegen damit auf der Hand: Abhängigkeit von den teuren fossilen Brennstoffen und vor allem ein extrem hoher Wartungsaufwand.

Zum wirklich anschaulichen Vergleich: Das Beheizen eines durchschnittlichen Einfamilienhauses über ein Jahr nimmt den Verbrennungsmotor so stark in Anspruch wie rund 150.000 gefahrene Kilometer beim Auto. In Kombination mit Anschaffungskosten, Preisschwankungen sowie Teuerungen bei den fossilen Brennstoffen und nicht zuletzt auch erforderlichen Wartungskosten rechnet sich die Sache daher kaum bis gar nicht für eine private Nutzung. Dazu kommt noch, dass bei diesen Modellen kein Ökostrom erzeugt wird und es daher auch keine Förderung des so erzeugten Stromes gibt.

Das Besondere ist die Kombination
Das berühmte Ei des Kolumbus fand in diesem Fall eine innovative Firma aus dem deutschen Allgäu. Das Besondere von Sunmachine ist der  Einsatz eines Stirlingmotors mit hoher Wirksamkeit in Kombination mit der Biomasse (Pellets).

Im Unterschied zum Verbrennungsmotor erfolgt beim Stirlingmotor die Wärmezufuhr von außen, der hohe Wirkungsgrad, der für die Stromerzeugung notwendig ist, wird durch eine besondere Ausrichtung der Gasflamme erreicht.

Der Stirlingmotor arbeitet absolut ölfrei und benötigt keine Schmierung. Auch in punkto Wartung ist er unschlagbar, denn die Wartungsintervalle liegen bei rund 80.000 Betriebsstunden. Umgelegt auf den oben angeführten Vergleich mit den Kilometerleistungen beim Auto bedeutet dies, dass erst nach vier Millionen gefahrenen Kilometern ein Service fällig wäre!

Und so rechnet sich die Sache…
Der mit „Sumachine“ erzeugte Strom wird in das Stromnetz eingespeist. Die Verbrennung erfolgt CO2-neutral, daher werden so gut wie keine Schadstoffe erzeugt. Damit fällt der derart produzierte Strom unter das Ökostromgesetz, das eine garantierte Abnahme zu einem Preis von zurzeit 15,65 Cent/kW sicherstellt. Das kleine Bio-Kraftwerk erzeugt drei Kilowatt pro Stunde. Mit dieser Leistung kann nicht nur der Strom- und Wärmebedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses abgedeckt werden, sondern durch den garantierten Verkauf des zusätzlichen Stromes werden die Kosten für die Pellets, mit denen „Sunmachine“ betrieben wird, hereingespielt.

Attraktive Zusatzüberlegung: Steigt der Preis für den Ökostrom, worauf man sich zwar nicht verlassen kann, wofür es aber bereits jetzt einige Anzeichen gibt, dann kann so auch zusätzliches Geld verdient werden. Abseits all dieser Spekulationen kann man aber jetzt schon zumindest „gratis“ heizen.

Was die Anschaffungskosten betrifft, so liegt „Sunmachine“ mit rund 30.000 Euro im eher günstigen Feld umweltschonender und extrem sparsamer Heizanlagensysteme. Laut Kalkulation des Herstellers hat sich die Investition in die Anlage nach rund acht Jahren „gratis“ heizen (basierend auf den derzeitigen Ökostrom-Preisen) voll amortisiert.

An einer österreichweit einheitlichen Anschaffungs-Förderungsregel der Heizanlage wird derzeit noch gearbeitet, wobei in einigen Landesförderungen „Sunmachine“ die gleiche Förderung wie bei Pelletskessel zugestanden wird. Aufgrund der extremen Umweltfreundlichkeit hoffen die Vertreiber aber in Kürze auf eine darüber hinausgehende Förderungssumme.

Run auf „Sunmachine“
Dass es dieses neue und viel versprechende Produkt auch in Österreich gibt, ist der niederösterreichischen „Öko Energiemaschinen Vertriebs GmbH“ und deren Geschäftsführer Alfred Beilschmidt zu verdanken. Bereits seit Jahren verfolgte Beilschmidt die Entwicklung und Arbeiten mit dem Sterlingmotor, an dessen Nutzung für ein Heizsystem weltweit gearbeitet wurde.

Nach eineinhalbjähriger Probephase in Deutschland, Österreich und Schweiz war es dann mit August 2007 so weit und die ersten Geräte wurden ausgeliefert. Trotz noch vergleichsweise zurückhaltender Vorstellung in der Öffentlichkeit ist die Nachfrage nach dem Produkt bereits jetzt schon enorm und es ist unter Umständen mit einer Lieferfrist  bis zu mehreren Monaten zu rechnen.

„Sunmachine“ wird im Haus direkt installiert, wobei sie kleiner als manche üblichen Pelletsanlagen ist (Höhe: 1,50 Meter, Länge: 1,20 Meter, Breite: 80 Zentimeter).

Das private Kraftwerk im eigenen Haus kann sowohl bei Neubauten, als auch bei bereits bestehenden Bauten eingesetzt werden.

Übrigens: Als Abfallprodukt der Verbrennung bleibt ein flüssiger Mineraldünger zurück, der Pflanzen im Haus und Garten kräftig erfreuen soll.

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