Mo, 22. Jänner 2018

R1es Vergnügen

12.09.2007 16:42

Yamaha R1: Für ein besonders breites Grinsen

175 PS bei 173 Kilogramm trocken – schon die 2006er Version der Superyamaha R1 hat sich in der Klasse „PS > Kilo“ ausgetobt. Und dann das: Im Jahr 2007 stehen dem Fahrer 180 PS ins Gesicht geschrieben (in Form eines Grinsens), mit der Ram-Air-Fahrtwindmaschine liest man noch 9 mehr ab (in Form eines breiten Grinsens). Dabei hat Yamaha auf eines von fünf Ventilen pro Zylinder gepfiffen.

Und so pfeift die R1 also noch ärger über den Asphalt, auf dem in einem langen schwarzen Strich ein lautes JAAAAAAAAAA! zu lesen ist. Mit ein bisschen Fantasie. Dass die R1 vier Kilo zugenommen hat, merkt man natürlich nicht, schlank, wie sie ist. Auch 177 Kilo sind nicht fett, eher 180 bis 189 PS bei 12.500 U/min. und 112,7 Nm Drehmoment (bei 10.000 U/min., ohne Staudruck). Solcherart auftrainiert dauert’s 3,2 Sekunden von Null bis 100 bzw. 7,4 Sekunden von Null bis 200, 285 km/h stehen als Höchsttempo im Typenschein. Echte Kraft gibt es allerdings nur über 7.000 Touren, was die Freude an engen Kehren etwas dämpft.

Dafür, dass der genannte schwarze Strich die einzige sichtbare Spur in der Landschaft bleibt, hat Yamaha getan, was möglich war. Die Bremsen packen zu, als gäbe es kein Morgen, schauen auch entsprechend massiv aus: Vorne klammern sich je sechs Kolben in zwei 310er-Scheiben. Der Deltabox-Rahmen in MotoGP-Geometrie ist neu, die Schwinge im unteren Bereich verstärkt, die Federelemente optimiert. Zug- und Druckstufe der Dämpfung sind vorn wie hinten einstellbar.

Die Verkleidung macht nicht nur optisch einiges her, sie arbeitet richtig mit: Sie erzeugt einen Unterdruck und hält so die heiße Abluft vom Motor fern (das erhöht den Kühleffekt). Wäre also schade, sie mit der Landschaft zu verschmelzen.

Warum so schnell?
Die Elektronik schwingt in dem 998-cm³-Motor die Peitsche, YCC-I (Yamaha Chip-Controlled Intake), also das elektronisch gesteuerte Ansaugsystem, optimiert bis dorthinaus, und ein weiteres Stück Elektronik fungiert als Griff für die Peitsche und sorgt dafür, dass die spektakuläre Leistung auch gut zu dosieren ist: eine elektronische Drosselklappensteuerung namens YCC-T (Yamaha Chip-Controlled Throttle).

Für den täglichen Weg durch die Stadt in die Arbeit gibt es Angenehmeres (weil die Handgelenke wehtun, wenn man schlaff draufsitzt) und Schnelleres (Roller zum Beispiel), im Stau kommt man auf der R1 ins Schwitzen: Enge Ecken im Schritttempo sind nicht das Ihre, außerdem wird sie nach wenigen Minuten so heiß, dass der Kunstfaser-Zweireiher in die Haut schmilzt.

Wer das dann aushält, beweist zumindest eines: Die R1 ist etwas für die ganz Harten!

Stephan Schätzl

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