Do, 18. Jänner 2018

Doktor Spiegel

20.08.2007 18:01

Krankheiten am Gesicht erkennen

Ein langer, genauer Blick in den Spiegel wirkt vielleicht eitel - er könnte aber auch dein Leben retten! Denn: Das Gesicht – Augen, Haut, Mund und Kopfhaare – ist das Früherkennungssystem verborgener Krankheiten schlechthin. Wer die Signale rechtzeitig richtig deutet, kann möglicherweise Schlimmeres verhindern.

Geschwollene Augenlider können zum Beispiel ein Anzeichen für eine Bindegewebsstörung sein. Blasse Lippen deuten auf Eisenmangel hin und dünne Haare sind ein Zeichen für Schilddrüsenunterfunktion.  

Schau mir in die Augen…
Die Augen können wichtige Hinweise auf vorhandene oder sich entwickelnde Krankheiten geben. Ein schmaler weißer Rand rund um die Iris – oder Regenbogenhaut - ist ein Zeichen dafür, dass der Fettstoffwechsel infolge eines zu hohen Cholesterinspiegels gestört sein könnte. Ein hoher Cholesterinspiegel steht zum Beispiel im Verdacht, Herz-Kreislauferkrankungen oder Arteriosklerose zu begünstigen.

Blutunterlaufene Augen sind nicht immer harmlos und „nur“ Ausdruck dafür, dass man wenig geschlafen hat. Sie können auch auf eine bakterielle Infektion oder auf eine Entzündung der Iris hinweisen. Auslöser für eine bakterielle Infektion könnte zum Beispiel altes Augen-Make-Up sein. Jede Frau sollte darauf achten, dass auch Wimperntusche und Co. ein Ablaufdatum haben und potentielle Bakterienträger sind.

Eine Entzündung der Iris – auch Iritis genannt - muss nicht unbedingt primär im Auge entstanden sein. Die Iritis kann auch durch Autoimmunerkrankungen wie Arthritis ausgelöst worden sein. Das heißt, dass eine Erkrankung der Iris unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden muss.

Auch die Augenlider sind wichtige Indikatoren, die Auskunft über die Gesundheit unseres Körpers geben. Zieht man das untere Augenlid leicht nach unten, sollte der freigelegte Bereich schön rosa bis rot sein. Ist der Bereich jedoch eher blass, sollte man sofort an Eisenmangel denken, der Blutarmut verursachen kann.

Angeschwollene Lider wiederum können auf eine Störung des Bindegewebes hindeuten und die Nieren sollte man untersuchen lassen, wenn die Oberlider nach dem Aufwachen geschwollen sind.

Augenzucken ist zumeist harmlos, wird von erfahrenen Ärzten aber auch als Hinweis auf Magnesiummangel gesehen. In sehr seltenen Fällen weist das Zucken auf Multiple Sklerose hin.

Hängende Augelider sind mitunter nur Zeichen für eine Überlastung des Auges durch Computer-Arbeit. Aber auch ein Vitamin-B-Mangel könnte verantwortlich sein. In extremen Fällen kann ein hängendes Lid sogar hinweis auf einen Schlaganfall sein.

Die Haut, in der wir stecken…
Werfen wir jetzt einen Blick auf die Haut in unserem Gesicht. Idealerweise ist sie rosig, gut durchblutet und juckt nicht. Ist sie blass oder gelblich, wissen wir, dass etwas nicht stimmt.

Hautjucken ist meistens harmlos, kann aber in seltenen Fällen durchaus ein Hinweis auf eine gestörte Leberfunktion, die Cholestase genannt wird, sein. Von Cholestase spricht man, wenn Galle vom Körper nicht mehr richtig in den Darm abgeleitet werden kann und sich stattdessen im Blut sammelt, was zum Jucken führt. Färbt die Haut sich gelb, ist ebenfalls von Leber-Problemen auszugehen.

Bluthochdruck und Diabetes können ebenfalls im Gesicht erkannt werden. Eine große Anzahl von roten Äderchen im Gesicht entstehen bei Bluthochdruck, eine trockene Haut kann in Zusammenhang mit Diabetes stehen.

Ein pickeliges Gesicht kann bekanntlich nicht nur Teenagern das Leben schwer machen. Im Erwachsenenalter können die lästigen Hautunreinheiten auch in Folge eines Reizdarmsyndroms in Erscheinung treten. Bei Frauen weisen sie unter Umständen auch auf eine Krankheit hin, die polyzystisches Ovarsydrom oder Stein-Leventhal-Syndrom genannt wird. Diese Erkrankung führt zu verstärktem Haarwachstum, Gewichtszunahme und Fruchtbarkeitsproblemen.

„Haar“-mlos oder nicht?
Haare spiegeln sehr gut wieder, ob wir uns gut ernähren oder ob wir Mangelerscheinungen haben. Ab wann wir graue Haare bekommen ist in den meisten Fällen genetisch bedingt. Doch verwandeln wir uns allzu früh in „graue Panther“ ist möglicherweise ein Vitamin-B12-Mangel schuld. Das Vitamin, das nur in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt, trägt wesentlich zum Haarwachstum und dessen Pigmentierung bei. Das Problem kann mit einem Bluttest und anschließenden B12-Injektionen in den Griff bekommen werden.

Dünnes Haar ist ebenfalls nicht unbedingt Schicksal. Es kann auch ein Hinweis auf Eisenmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Möglicherweise fehlt einem das Schilddrüsenhormon Thyroxin. Der Arzt kann diesen Mangel ausgleichen.

Der Mund ist nicht nur zum Essen da…
…er kann auch helfen, wichtige Warnhinweise zu erkennen. Zuerst die Lippen: Spröde und rissig sind sie nicht nur kein schöner Anblick sondern sie zeigen möglicherweise Diabetes an. Blutarmut zeigt sich an eingerissenen Mundwinkeln. Sind die Lippen blass, sollte man auch an Lungenprobleme denken.

Dass ein Zahnarzt sich die Zähne einmal im Jahr anschaut, sollte selbstverständlich sein. Doch auch wir dürfen den Blick vom Inneren unserer Kauhöhle nicht abwenden. Zahnfleischbluten kann zum Beispiel eine Schwangerschaft anzeigen, weil das Zahnfleisch durch die Hormonumstellung weicher geworden ist. Aber nur ein Schwangerschaftstest und eine Untersuchung beim Arzt zeigt dir definitiv, ob du schwanger bist!

Leider kann Zahnfleischbluten aber auch ein früher Hinweis auf Leukämie sein, weil die Blutgerinnung gestört ist.

Geschwüre im Mund entstehen oft in stressigen Lebensphasen und weisen darauf hin, dass dem Körper wichtige Bausteine wie B12, Eisen oder Folsäure fehlen.

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