Sa, 20. Jänner 2018

Zaubertor von Harnik

23.08.2007 16:35

Österreich ringt Tschechien ein 1:1 ab

Österreichs Nationalteam hat am Mittwoch eine reife Leistung gezeigt. Gegen den Weltranglisten-Neunten Tschechien erreichte die Truppe von Josef Hickersberger vor nur 24.500 Fans im Wiener Happel-Stadion ein verdientes 1:1 (0:1)-Unentschieden. ÖFB-Held des Abends war Debütant Martin Harnik. Der Werder-Bremen-Legionär kam in der 72. Minute ins Spiel und sorgte in der 78. Minute mit einem spektakulären Schuss aus 15 Metern für den Ausgleich. Zuvor hatte Koller in der 33. Minute das 1:0 für die Tschechen erzielt.

Österreich ist damit 2007 aber weiter ohne Sieg. Bei sechs Spielen gab es für die Truppe von Josef Hickersberger vier Remis und zwei Niederlagen (Torverhältnis 3:5/richtig). Allerdings endete die ÖFB-Torflaute, denn Harnik sorgte für den ersten Treffer nach 383 torlosen Minuten.

Bilder vom Match gibt's in der Infobox!

Die Anfangsphase gehörte punkto Offensivakzenten Mörz und Baros. Die hängende Spitze der Österreicher dokumentierte den Angriffswillen zunächst mit einem Weitschuss, mit dem Cech aber keine Probleme hatte (1.). In der 14. Minute fand der Mattersburger die Riesenchance vor, doch Mörz schoss nach Standfest-Flanke vom Fünfer über das Tor. Wenig später schoss der Aktivposten am kurzen Eck vorbei (20.). Die Gäste klopften zunächst dreimal durch Baros an Manningers Tor an: mit zwei Schüssen (4./Manninger parierte und 12./daneben) und vor allem mit einem Kopfball an die Latte nach Ujfalusi-Flanke (7.).

Viel Arbeit für Star-Goalie Cech
Mitte der ersten Hälfte bekam Österreich das Geschehen immer besser in den Griff, Leitgeb mit einem Weitschuss (26.) und Kuljic per Kopf nach Standfest-Flanke (31.) prüften Chelsea-Schlussmann Cech. Mitten in diese Phase platzte das unglückliche 0:1. Prödl schoss Standfest an, der Ball prallte zu Jarolim ab, dieser bediente Koller und der "tschechische Leuchtturm" (2,02 m groß) verwertete trocken und flach ins rechte Eck (33.).

Nach dem Wechsel verlor die Partie dramatisch an Würze und Dynamik. Hickersberger war durch den Jochbeinbruch von Ibertsberger (siehe Infobox!), der mit Rozehnal zusammenprallte, zu einem Systemwechsel auf das "alte" 4-4-2 gezwungen. Standfest, vor der Pause vorne eine Bereicherung, rückte in die Defensive zurück und fehlte sichtlich in der Offensive. Die Österreicher bemühten sich zwar weiter, es lief jedoch nicht mehr viel zusammen.

Harnik rettet den Abend
Auch die Tschechen gerieten durch zahlreiche Rochaden von Teamchef Karel Brückner außer Tritt. Die erste halbwegs gefährliche Situation nach der Pause war ein Baros-Schuss neben das Tor (72.). Wie aus dem Nichts rettete aber ausgerechnet der Debütant den Abend. Nach Wechselpass von Stranzl nahm sich Harnik den Ball mit der Brust herunter und zog aus 15 Metern ins kurze Eck ab - Cech, einer der besten Goalies der Welt, war geschlagen.

Erboste Fans
Das für 37 Mio. Euro für die EM umgebaute Happel-Stadion bzw. die Organisation rund um das Ländermatch ist bei zahlreichen Fans nicht besonders gut angekommen. Hunderte mussten teilweise mehr als eine Stunde in endlos langen Schlangen warten, ehe sie endlich - und mit Verspätung - auf die Tribünen kamen. "Dadurch war der Fußballabend verdorben, noch ehe er begonnen hat", schreibt etwa ein Krone.at-User.

Unmut bei den Rollstuhlfahrern
Außerdem hat erst am Montag Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka die Arena im Prater zur "barrierefreien" Arena ernannt. 100 Plätze für Rollstuhlfahrer, gut zugängliche VIP-Bereiche und spezielle Toilette-Anlagen sollen auch behinderten Fußball-Fans einen ungetrübten Stadion-Besuch ermöglichen. Doch auch von den Behindertenverbänden kam massive Kritik: "Sanitäranlagen, die seit den 80er Jahren unverändert sind, mit untauglichen Stützgriffen und zu hoch montierten Ausrüstungsgegenständen, fernab geltender Ö-Normen, wurden offensichtlich bei der Sanierung des Stadions vergessen. Die gleichen Rollstuhlstellplätze auf Spielfeldebene wie vor 20 Jahren, die den angeblich so bevorzugten Rollstuhlfahrern das Geschehen aus einer Dackel-Perspektive zumuten", hieß es in einer Aussendung.

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