Do, 18. Jänner 2018

Im Bett erstochen

17.08.2007 22:53

Ehefrau erstochen: Tötung auf Verlangen?

Warum ersticht ein 93-Jähriger seine Frau? Eine Frage, die Wiener Kriminalisten Rätsel aufgibt. Josef K. hatte, wie in einem Teil unserer Ausgabe berichtet, Donnerstagfrüh Gattin Herta (83) mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten. Sicher ist nur: Bei einer Verurteilung wäre er Österreichs ältester Mörder!

Trauer und Bestürzung herrschte Freitagnachmittag beim "Krone"-Lokalaugenschein im Gemeindebau in der Herbortgasse in Wien-Simmering. "Der Josef und die Herta waren so ein harmonisches Paar. Ich kann nicht glauben, was passiert ist", erzählt die 32-jährige Nachbarin Angelika Rohr unter Tränen.

Von Harmonie war Donnerstagfrüh in der kleinen Wohnung jedenfalls keine Rede. Wie von Sinnen stach der ehemalige Berufschauffeur Josef K. auf seine um zehn Jahre jüngere Gattin ein. Er schnitt der Frau mit einem Küchenmesser die Kehle durch und legte sich dann für zwölf Stunden neben die Leiche ins Bett. Erst am Abend verständigte der blutverschmierte Rentner seinen Sohn am Handy und gestand alles.

Noch in der Nacht wurde er im Spital auf der Baumgartner Höhe befragt - bisher jedoch ohne Ergebnis.

Möglicherweise Tötung auf Verlangen
Nur soviel steht fest: Josef K. hatte erst zu Ostern eine komplizierte Bypass-Operation, und seine Frau konnte sich seit Jahren nur noch mit einem Rollwagen fortbewegen. "Es könnte sich um eine Tötung auf Verlangen handeln. Josef K. hatte sich selbst Schnittverletzungen zugefügt. Aber auch ein Tobsuchtsanfall kann nicht ausgeschlossen werden. Oder eine geplante Tat", sagt ein Ermittler. "Beim Verhör am Freitag war er komplett wirr. Er erzählte von einer Explosion und dass seine Herta dann plötzlich tot gewesen sei."

Eines zweifelhaften Titels kann sich der hochbetagte Täter im Falle einer Verurteilung sicher sein: Er wäre Österreichs ältester Mörder!

Von Gregor Brandl und Florian Gsandtner; Foto: Andi Schiel

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