Do, 19. April 2018

Plus 3,8 Prozent

14.08.2007 22:01

Österreichs Wirtschaft wächst kräftig

Österreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2007 noch einmal kräftig gewachsen. Motoren dieser unerwartet hohen Wachstumsrate (ein Prozent mehr als im ersten Quartal) sind laut WIFO die weiterhin florierenden Warenexporte und höhere Investitionen der Betriebe in neue Anlagen. Wegen der Krise an den Finanzmärkten besteht allerdings das Risiken eines Abschwungs, so die aktuelle Wifo-Schnellschätzung. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es ein Plus von 3,8 Prozent. So dynamisch hatte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartal zuletzt im Jahr 1999 entwickelt.

"Warenexporte und Investitionen sind weiterhin die tragenden Säulen des Konjunkturaufschwungs", so das Wifo am Dienstag. Allerdings warnen die Forscher vor drohendem Ungemach: "Der private Konsum zeigt kaum Anzeichen einer Belebung. Für das zweite Halbjahr deuten die Turbulenzen auf den Finanzmärkten auf erhöhte Risiken hin."

41 Prozent der Unternehmen zufrieden
Der Wifo-Konjunkturtest vom Juli zeigt jedenfalls noch eine anhaltende Hochstimmung in Industrie und Gewerbe. 41 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, nur 10 Prozent sind damit nicht zufrieden. In den vergangenen Monaten hat sich diese Beurteilung allerdings nicht mehr weiter verbessert.

Konsum lahmt, weil Einkommen nicht wachsen
Die Konsumenten erwarten zwar eine Verbesserung der Wirtschaftslage, sie schätzen jedoch ihre aktuelle finanzielle Situation ungünstiger ein als je zuvor in den vergangenen fünfzehn Jahren. Bei größeren Anschaffungen wollen sie deshalb sparen. Die Unzufriedenheit lässt sich damit erklären, dass die privaten Nettoeinkommen der Beschäftigten trotz des Konjunkturaufschwungs weiterhin stagnieren.

Inflationsrate ist gestiegen
Die Inflationsrate ist gleichzeitig infolge der Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln gestiegen, sie erreichte im Mai und Juni die 2-Prozent-Marke. "Angesichts einer Tariflohnsteigerung von lediglich 2,4 Prozent und hoher Grenzsteuersätze erhöht sich die Kaufkraft eines Privathaushalts nur dann, wenn ein zusätzliches Familienmitglied eine Beschäftigung aufnimmt", so die nüchterne Analyse der Wirtschaftsforscher.

Zuwachs bei den Arbeitsplätzen
Die Belebung der Wirtschaft schlug sich in einem kräftigen Zuwachs der Zahl der Arbeitsplätze nieder. "Davon wird aber nur etwa ein Drittel mit Arbeitslosen besetzt", warnen die Forscher. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit fällt deshalb, gemessen am Beschäftigungsboom, relativ gering aus. Teilweise geht dies auch auf den Abbau von Schulungsmaßnahmen - bei unverändertem Mitteleinsatz für die Arbeitsmarktpolitik - zurück.

Florierende Exporte als Wachstumsmotor 
Die Hauptimpulse für diese deutliche Expansion gingen abermals vom Export aus (gegenüber der Vorperiode real +1,5 Prozent); dabei wuchs sowohl die Ausfuhr von Waren (+1,4 Prozent) als auch von Dienstleistungen (+1,6 Prozent) kräftig. Die lebhafte Konjunktur ließ auch den Import weiter steigen (real +1 Prozent). Hier expandierte die Wareneinfuhr (+1,2 Prozent) stärker als der Dienstleistungsimport (+0,7 Prozent).

Symbolbild

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