Do, 26. April 2018

Bolivien-Morde

12.08.2007 23:08

15 Jahre Haft für Mord an Österreichern

Der Prozess gegen mehrere Mitglieder jener Bande, die vor rund eineinhalb Jahren die österreichischen Rucksacktouristen Katharina Koller (25) und Peter Kirsten Rabitsch (28) in Bolivien brutal ermordet haben soll, ist am Samstag in La Paz mit raschen Urteilen zu Ende gegangen. Der Hauptangeklagte, der 19-jährige Moises Valda Rioja, wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Rioja hatte bei einer Anhörung im März ausführlich über den Mord ausgesagt und mutmaßliche Mittäter schwer belastet. Er erzählte dem Gericht, dass der Chef der Bande, Ramiro Milan Fernandez, den Mord an den beiden Touristen kaltblütig geplant habe. Mehrere Bandenmitglieder führten die Taten dann durch.

Mit Rioja standen die Freundin des Bandenchefs sowie ein weiterer Mittäter vor Gericht. Sie wurden zu dreieinhalb bzw. drei Jahren Haft verurteilt. Die Richtersprüche sind bereits rechtskräftig. Ramiro Milan Fernandez soll nun schon in wenigen Wochen selbst vor Gericht stehen.

Die Bande, die eigentlich auf Kredit- und Bankomatkartenraub „spezialisiert“ ist, tarnte sich als Polizeistreife und entführte das junge Paar aus Österreich zusammen mit einem spanischen Touristen. Bevor man die Leichen der beiden Österreicher fand, wurden Katharina Koller und Peter Kirsten Rabitsch am 26. Jänner 2006 im Bus von Copacabana am Titicacasee nach La Paz zum letzten Mal lebend gesehen. Gleich bei ihrer Ankunft dürften sie dann in die Hände ihrer Entführer geraten sein.

Fast vier Monate später, am 18. April 2006, wurden Rabitsch und Koller dann in Wien beerdigt. Der Fall löste auch in der bolivianischen Öffentlichkeit große Anteilnahme aus. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass sowohl Polizisten als auch Justizangehörige aus Profitgier in engem Kontakt mit der Bande gestanden und mit dieser teilweise sogar kollaboriert hatten.

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