Di, 23. Jänner 2018

Treffer im Tank

09.08.2007 08:27

Italien: Brandstifter feuern auf Löschhubschrauber

Während im Süden Italiens - besonders schlimm betroffen ist Sizilien - rund 3.000 Feuerwehrleute rund um die Uhr alles daran setzen, die verheerenden Brände zu löschen, wollen einige Kriminelle genau das verhindern. Ständig werden weitere Brände gelegt, alleine am Dienstag wurden 619 (!) neue Fälle von Brandstiftung gemeldet. In der Region Kampanien schossen sogar mehrere Brandstifter auf einen Löschhubschrauber. Sie trafen dabei den Tank mit der Wasserladung, verletzt wurde zum Glück niemand.

Die Behörden vermuten hinter dieser neuen Brandserie die Mafia, die die Feuer deshalb gelegt haben könnte, um Teile der verbrannten Wälder später in teures Bauland umwidmen zu lassen. Die Ermittler hoffen allerdings, dadurch Rückschlüsse auf die Brandstifter ziehen zu können.

"Die Brandwelle der vergangenen Tage ist ein krimineller Angriff. Italien erlebt eine Notstandslage ohne Gleichen", betonte Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio. Infrastrukturminister Antonio Di Pietro forderte den Einsatz des Heeres, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen und Brandstifter auf frischer Tat zu ertappen.

80.000 Hektar Wald verbrannt
Seit Jahresbeginn gingen durch über 4.000 Bränden 80.000 Hektar Wald verloren. 2007 wurden bisher 30 Prozent mehr Feuer als im Vorjahreszeitraum gemeldet. Heuer verloren schon zehn Menschen in den Flammen ihr Leben. 172 Personen wurden wegen Brandstiftung angezeigt, vier wurden festgenommen.

Bischof fordert Exkommunikation von Brandstiftern
Der Bischof der süditalienischen Diözese Locri-Gerace, Giancarlo Maria Bregantini, meinte, Brandstifter sollten exkommuniziert werden. "Brandstiftung ist ein unannehmbarer Angriff auf die Natur und auf die Menschheit", betonte der Bischof. Er forderte die Politiker auf, schärfere Strafen zu erlassen.

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