Do, 18. Jänner 2018

Konflikt bei McLaren

07.08.2007 19:57

Ferrari angelt angeblich nach Jungstar Hamilton

Der in Ungarn aus dem Ruder gelaufene Konflikt zwischen den beiden McLaren-Piloten Fernando Alonso und Lewis Hamilton zeigt erste Folgen. Während Alonso angeblich bereits "Hamilton oder ich" fordert, will Ferrari laut Zeitungsmeldungen den Krach ausnutzen und Jungstar Hamilton unter Vertrag stellen. Nach Angaben der italienischen Sporttageszeitung "Tuttosport" am Montag plant Ferrari, dem Engländer 35 Millionen Dollar anzubieten.

Ferrari will also den "Krieg" zwischen den beiden Silberpfeil-Piloten ausnutzen, um Hamilton unter Vertrag zu nehmen. Der junge Engländer soll bei Ferrari Felipe Massa ersetzen und Co. neben Kimi Räikkönen werden. "Weder Massa noch Räikkönen gelten trotz des Talents als wahre Erben Schumachers. Zu Schumachers echtem Nachfolger könnte Hamilton aufrücken, der talentiert, entschlossen, schnell, siegesreich und erfolgshungrig ist", schrieb die Zeitung.

Ultimatum an McLaren
Alonso hingegen soll McLaren-Mercedes ein Ultimatum gestellt haben. Wie die spanische Zeitung "Marca" erfahren haben will, soll Alonso dem von Spionage-Affäre und Boxenstopp-Skandal gebeutelten britisch-deutschen Rennstall eine Notiz geschickt haben, in der er dazu auffordert, sich zwischen ihm und dem in der WM-Wertung allein führenden Lewis Hamilton zu entscheiden. Dem britischen Sender BBC sagte der als zweifacher Weltmeister von Renault zu den Silberpfeilen gewechselte Alonso, er werde im Team nicht so behandelt, wie er es erwartet hatte. Auf die Frage nach seinem Verbleib antwortete er: "Wir werden sehen."

Der Machtkampf zwischen dem Spanier und dem in Ungarn triumphierenden Jungstar Hamilton war am Wochenende aus dem Ruder gelaufen. Alonso hatte mit einer umstrittenen Boxenstopp-Blockade den Briten aufgehalten und sich so letztlich auch die Pole-Position gesichert. Für die Verwirrung an der Box hatte allerdings zuvor der Brite gesorgt, der laut dem Team eine Anweisung nicht befolgt hatte. Die doppelte Strafe folgte aber für Alonso: Er wurde um fünf Ränge zurückversetzt, Hamilton startete von der Pole und gewann seinen dritten WM-Lauf, Alonso wurde Vierter. Der Brite geht nun mit 80 Punkten als Führender in die dreiwöchige Sommerpause. Sechs Rennen vor dem Ende hat Alonso sieben Zähler Rückstand.

Kommunikation eingestellt
Die Kommunikation haben die beiden Kontrahenten offenbar weitgehend eingestellt. "Es sieht so aus, dass er nicht mit mir spricht, ich weiß nicht, ob er ein Problem mit mir hat", meinte Hamilton: "Ich werde nicht nach ihm Ausschau halten, damit er sich besser fühlt." Dringenden Gesprächsbedarf sieht indes Haug bis zum Großen Preis der Türkei Ende August: "Wir werden die Zeit nutzen, Dinge zu klären. Da muss man den Druck aus dem Kessel nehmen."

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