Do, 26. April 2018

Randale in Linz

06.08.2007 13:04

Ausschreitungen überschatten LASK-Sieg

Mit Siegen für Aufsteiger LASK und den SV Mattersburg hat am Sonntagabend die fünfte Runde der T-Mobile-Bundesliga geendet. Die Linzer besiegten im Duell um die Nummer 1 in Oberösterreich Vizemeister SV Ried mit nur zehn Mann völlig verdient 1:0, die Burgenländer schlugen im Pappel-Stadion den SCR Altach klar mit 4:1. Während bei den Mattersburgern die Freude über die erfolgreich verteidigte Tabellenführung groß war, sah der LASK seinen Sieg mit einem weinenden Auge. Rabiate Fans der Linzer warfen Rauchbomben und Pflastersteine auf ihre Konkurrenten aus Ried, die Polizei musste zwei Krawallmacher festnehmen.

In Linz spielten sich Szenen ab, die man sonst hauptsächlich aus England kennt. Grölende, völlig betrunkene LASK-"Fans" zogen - eskortiert von einem Großaufgebot der Polizei - mit Rauchbomben, Flaschen und Pflastersteinen bewaffnet durch die Stadt. So wurden auch etwa 300 Fans aus Ried, die per Schiff anreisten, empfangen - Hass-Parolen inklusive. Erst als die rund 100 Beamten eine Kette bildeten und die Hooligans zurückdrängten, konnten die Rieder von Bord gehen. Auf dem Weg zum Stadion drohte die Situation zu eskalieren, als einige Fans aufeinander losgingen. Zum Glück gab es keine Verletzten, zwei Hooligans wurden festgenommen.

Doch zurück zum Sportlichen: Trotz einer frühen Gelb-Roten Karte für LASK-Verteidiger Klapf (19.) holten die Linzer vor 12.600 Zuschauern auf der Gugl gegen den Erzrivalen dank eines Treffers des eingewechselten Saurer in der 72. Minute drei Punkte. Der LASK ist damit gegen die Rieder in der höchsten Spielklasse weiter ungeschlagen, in 13 Spielen gab es für die Schwarz-Weißen bei sechs Remis sieben Siege zu feiern. Es war das erste Oberhaus-Duell zwischen dem LASK und Ried seit 19. Mai 2001.

Linzer 70 Minuten mit einem Mann weniger
Der LASK versuchte zum Beginn vorsichtig, das Geschehen in die Hand zu nehmen, ohne jedoch zwingend gefährlich zu werden. Die zaghaften Bemühungen erhielten jedoch nach knapp 20 Minuten einen herben Dämpfer, denn Klapf sah innerhalb von 60 Sekunden zweimal Gelb und flog vom Platz (19.). Zunächst hatte der linke LASK-Verteidiger Salihi zu Fall gebracht, Sekunden später setzte er eine hässliche Brutalo-Attacke gegen Hackmair nach. Für diesen Kung-Fu-Schlag wäre auch Rot durchaus vertretbar gewesen. Trotz der numerischen Überlegenheit blieb die Partie offen, die Hausherren siegten aber schließlich verdient.

Mattersburg nach fünf Runden weiter ungeschlagen
SV Mattersburg verteidigte die Tabellenführung erfolgreich. Vor allem dank einer starken zweiten Hälfte feierten die die Burgenländer noch einen verdienten und klaren 4:1(1:1)-Erfolg über den SCR Altach. Die Burgenländer, die erst im Finish des ersten Spielabschnitts durch Jancker den Ausgleich geschafft hatten, sorgten durch einen Doppelschlag von Mörz (52./Elfer und 53.) sowie einen weiteren Treffer durch Thomas Wagner (60.) für klare Verhältnisse.

Dabei begann es nicht nach Wunsch für die Gastgeber. Schon in der 9. Minute zeigte Schiedsrichter Hofman nach einem Foul von Kravac an Karatay auf den Elfmeterpunkt, doch Kapitän Schoppitsch schoss einen schwachen Elfmeter. Mattersburg-Goalie Almer hatte keine Mühe, den Strafstoß zu halten. Die Truppe von Coach Franz Lederer baute in der Folge langsam eine Feldüberlegenheit auf, doch im Konter blieben die Vorarlberger gefährlicher und so gingen die Gäste gar nicht unverdient in Führung: Bolter scheiterte in der 20. Minute an Almer, doch Dursun Karatay, der erstmals von Beginn an im Altach-Dress spielte, staubte zum 1:0 für das Team aus dem Ländle ab.

Auf den Ausgleich mussten die Fans bis kurz vor den Pausenpfiff warten. Wagner verlängerte in der 45. Minute eine schöne Kühbauer-Flanke von links per Kopf Richtung Tor, Jancker drückte den Ball über die Linie. Ein Doppelschlag durch Michael Mörz (52., Elfmeter; 53.) brachte die endgültige Wende. In der 60. Minute sorgte Thomas Wagner noch für den 4:1-Endstand.

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