Sa, 20. Jänner 2018

Ob das hilft?

03.08.2007 22:51

Nebelanlagen sollen Atommeiler schützen

Die deutschen Atomkraftwerke sollen mit Vernebelungsanlagen vor Terrorangriffen aus der Luft geschützt werden. Die erste soll demnächst im niedersächsischen AKW Grohnde in Betrieb gehen. E.ON hat für seine fünf Kernkraftwerke entsprechende Anträge gestellt. Auch der Konzern RWE will seine AKW mit den Anlagen ausrüsten; die erste hat das hessische Umweltministerium bereits für Biblis genehmigt, wie dessen Sprecher Torsten Volkert am Freitag der AP bestätigte.

Nach Angaben von E.ON-Sprecherin Petra Uhlmann sind in Grohnde die technischen Voraussetzungen für die Anlage geschaffen. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Rundschau". Voraussichtlich werde die Anlage "noch im Laufe des Sommers" eingeschaltet, erklärte das Umweltministerium in Hannover.

Für Biblis hat das Wiesbadener Ministerium eine Vernebelungsanlage vor rund zwei Wochen mit Einverständnis des deutschen Umweltministeriums genehmigt. Nach Ablauf der Klagefrist könne RWE mit dem Bau beginnen, erklärte Volkert. Ein RWE-Sprecher sagte der AP, als Konsequenz aus den Anschlägen vom 11. September 2001 würden nach und nach auch die übrigen RWE-Atomkraftwerke mit einer solchen Anlage ausgerüstet.

Greenpeace spricht von "Schein-Sicherheit"
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisierte den Bau von Vernebelungsanlagen als "Versuch, eine Schein-Sicherheit aufzubauen, die die Akzeptanz der Atomenergie in der Bevölkerung erhöhen soll". Die Anlagen erhöhten aber keineswegs die Sicherheit vor Terrorangriffen. Terroristen könnten die Vernebelungsanlagen sogar bewusst auslösen und anschließend die unübersichtliche Situation für einen gezielten Angriff am Boden nutzen, erklärte Greenpeace.

Politiker fordern Aufklärung über Störfälle
Vor dem Hintergrund des Streits über die Laufzeiten der Atomkraftwerke äußerten sich Politiker von SPD und Grünen besorgt über die Störfälle. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) forderte von ihrem hessischen Kollegen Wilhelm Dietzel Aufklärung über angebliche Missstände im AKW Biblis und lehnte eine Verlängerung von dessen Laufzeit ab. Sie reagierte auf Angaben der atomkritischen Organisation IPPNW, wonach zwei ehemalige Biblis-Mitarbeiter über gravierende Missstände in dem hessischen Atomkraftwerk berichteten. "Die bekannt gewordenen Aussagen geben Anlass zur Sorge", schrieb die SPD-Politikerin an die Atomaufsichtsbehörde.

Die Grünen-Fraktion im bayrischen Landtag sieht ihre Auffassung durch den aktuellen Vorgang in Gundremmingen bestätigt. "Dass Block C wegen des Verdachts auf schadhafte Brennelemente außerplanmäßig heruntergefahren werden muss, zeigt erneut deutlich, dass Atomkraft nicht beherrschbar und sehr störanfällig ist", erklärte die Sprecherin Ruth Paulig. Bevor das Kraftwerk nach der nächsten Revision wieder hochgefahren werde, müsse das Umweltministerium über die Ereignisse im Landtag berichten.

Ein Sprecher des Kernkraftwerks Gundremmingen erklärte am Freitag, ein Brennelement-Schaden habe zwar Auswirkungen auf den Betrieb eines Kraftwerks, nicht aber auf die Sicherheit. Nur durch eine genauere Prüfung könne man feststellen, ob wirklich ein Brennelementschaden vorliege. Dazu müsse man Block C des Kraftwerks herunterfahren.

In den vergangenen Wochen hatte eine Pannenserie in den schleswig-holsteinischen Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel Diskussionen über die Sicherheit von Kraftwerken in Deutschland entfacht.

Symbolbild

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