Mi, 17. Jänner 2018

"Wir sind clean!"

01.08.2007 18:00

100 Politiker geben Speichelprobe ab

Über 100 italienische Parlamentarier haben sich am Mittwoch freiwillig einem Drogentest unterzogen. Die Mandatare standen bei einem Rettungswagen vor dem Palazzo Montecitorio, dem Sitz der Abgeordnetenkammer, Schlange, um eine Speichelprobe abzugeben. Ministerpräsident Romano Prodi jedenfalls stand vermutlich nicht unter Drogen, als ernsthaft forderte, Italiens Priester sollten gegen Steuerhinterziehung predigen.
Mit dem Drogentest reagierten die Parlamentarier der Opposition auf die Ablehnung eines Gesetzesprojekts, wonach Mandatare gezwungen hätten werden sollen, sich einem  Drogentest zu unterziehen. Den Gesetzentwurf hatte der frühere Kammerpräsident Pier Ferdinando Casini eingereicht, nachdem die TV-Satire-Sendung "Le Iene" ("Die Hyänen") im Oktober mehrere Politiker positiv auf Drogen getestet hatte.  "Die Italiener haben das Recht zu wissen, ob die Parlamentarier, die sie gewählt haben, drogensüchtig sind", meinte Casini.


Das Thema Drogenabhängigkeit italienischer Parlamentarier ist auch deswegen besonders aktuell, weil der Abgeordnete Cosimo Mele am letzten Wochenende in einem römischen Hotel an einer Party mit Kokain und Prostituierten teilgenommen hatte. Eine der Prostituierte musste wegen einer Überdosis Drogen und Alkohol ins Spital eingeliefert werden. Wegen des Skandals trat der Parlamentarier aus seiner Partei aus.


Priester sollen Finanzamt helfen

Im Kampf gegen die grassierende Steuerhinterziehung will Italiens Ministerpräsident Romano Prodi die katholische Geistlichkeit einspannen. Du sollst den Staat nicht bestehlen, sollen die Priester Prodi zufolge von den Kanzeln wettern. "Ein Drittel aller Italiener hinterzieht mächtig die Steuern", klagte der Regierungschef in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des katholischen Magazins "Famiglia Cristiana". Er frage sich, warum die fehlende Steuerehrlichkeit nicht in den Predigten angesprochen werde.
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