Do, 19. April 2018

Fußball-Krimi

03.08.2007 15:35

Mattersburg nach 4:2 über Aktobe eine Runde weiter

Mit einem 4:2-(1:0)-Heimsieg gegen den kasachischen Vertreter FK Aktobe Lento ist der SV Mattersburg am Donnerstagabend in die zweite Runde der UEFA-Cup-Qualifikation eingezogen. In einem wahren Krimi lagen die Burgenländer, die das Hinspiel 0:1 verloren hatten, im Europacup-Premierenspiel des von 4.000 Zuschauern besuchten Pappel-Stadions nach Treffern von Jancker (22.), Wagner (62.) und Csizmadia (67./Freistoß) schon 3:0 voran, ehe das Spiel auch "dank" einer Roten Karte für Verteidiger Mravac (75./Foulspiel) kippte.

Bogomolow (72.) und Kosolapow (79.) erzielten für die Kasachen innerhalb von sieben Minuten die für den Aufstieg nötigen Treffer. Mit einem Mann weniger warf Mattersburg in der turbulenten Schlussphase noch einmal alles nach vorne und erzielte in der Nachspielzeit wieder per Freistoß durch den Ungarn Kovrig (93.) den Goldtreffer. Mit Mattersburg, der SV Ried, Austria und Rapid stehen nun vier Bundesligisten im Rennen um den Aufstieg in die UEFA-Cup-Hauptrunde.

20. Europacup-Treffer für Jancker
Carsten Jancker, der schon nach wenigen Minuten Gelb sah, machte nach 22 Minuten den 0:1-Rückstand wett. Nachdem Akos Kovrig aus spitzem Winkel mit einer abgerissenen Flanke nur die Innenstange getroffen hatte, drückte der Deutsche den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Es war bereits der 20. Europacup-Treffer des baumlangen Stürmers. Kurz vor Pausenpfiff hätten die Burgenländer durch Cem Atan schon für die Vorentscheidung sorgen können, ein Kopfball des ÖFB-Teamspielers klatschte jedoch nur an die Latte (39.).

Die Kasachen, die in erster Linie über Hinspiel-Torschütze und Solo-Spitze Kajrullin für Gefahr sorgten, gaben durch Mitrofanow (27.) den gefährlichsten Warnschuss ab, im direkten Gegenzug schoss Thomas Wagner ebenfalls zu zentral aufs Gehäuse.

Mattersburger verschenken 3:0-Führung
In einer abwechslungsreichen zweiten Spielhälfte fanden zunächst beide Teams innerhalb von zehn Minuten hochkarätige Möglichkeiten vor. Für Mörz (48./verzog) und Wagner, der nach einem Jancker-Stanglpass (55.) zu kurz kam, stellte sich aber ebenso kein Erfolgserlebnis ein wie für den eingewechselten Bogomolow (52.) und Mitrofanow (54./volley über Tor). Als Wagner nach einem schnell abgespielten Freistoß samt Atan-Flanke per Kopf das 2:0 erzielte (62.) und Czismadia kurz darauf aus einem Freistoß nachlegte (67.), schien die Partie entschieden.

Das wichtige 4:2 fällt erst in der Nachspielzeit
Durch Tore des nach Seitenwechsel gebrachten Bogomolow (72.) und nur sieben Minuten später durch Verteidiger Kosolapow (79.) lagen jedoch plötzlich die Kasachen auf Aufstiegskurs. Mattersburg, nach der Roten Karte für Verteidiger Mravac (75.) nur mehr zu Zehnt, warf nun alles nach vorne. Wagner (80.) und Atan (87./Freistoß) ließen Chancen ungenutzt, ehe Kovrig in der fünfminütigen Nachspielzeit mit einem Freistoß aus 20 m Aktobe-Torhüter Dekanow zum umjubelten 4:2 bezwang.

Mattersburg-Coach Franz Lederer meinte nach dem Match: "Das war nervenaufreibend, für mich, die Mannschaft und die Fans. Diese, wenn auch nicht sehr zahlreich, haben uns riesig unterstützt. Das Spiel war eine reine Kopfsache, das Weiterkommen für Mattersburg etwas Historisches."

Mattersburg-Präsident Martin Pucher stand die Anspannung ins Gesicht geschrieben. "Das Spiel hat mir unnötig viele Nerven gekostet, so etwas brauche ich nicht jede Woche", betonte Pucher.

Kühbauer: "Wir wollten halt die Leute etwas zittern lassen"
Kapitän Didi Kühbauer, der Schiedsrichter Anders Hermansen als den schwächsten Mann auf dem Platz bezeichnete, freute sich über den Aufstieg: "Wir sind schlussendlich verdient aufgestiegen. Das war eine schöne Nervensache. Der Schiedsrichter ist auf oscarreife Szenen der Kasachen reingefallen. Nach dem Ausschluss war etwas Unordnung drinnen, aber wir wollten halt die Leute etwas zittern lassen. Mit einem Mann weniger dann aufsteigen, das ist wunderbar. Wir sind zwar glücklich, aber höchst verdient aufgestiegen. Für Mattersburg und das Burgenland ist der Aufstieg etwas ganz Besonderes."

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