Sa, 21. April 2018

Wurz im Interview

01.08.2007 15:53

Wurz zu seiner Zukunft: "Kann ruhig schlafen"

Im Vorjahr hatte Williams in der Woche vor dem Grand Prix von Ungarn die Rückkehr des Österreichers Alexander Wurz ins Formel-1-Cockpit bestätigt. Ein Jahr später hat der 33-jährige Niederösterreicher nach den Plätzen drei in Montreal und vier auf dem Nürburgring gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung. Wurz plaudert im APA-Interview über Geldkoffer, seine wachsende Familie und darüber, warum er immer noch sehr gut schlafen kann.

Vergangene Woche haben Sie bei Testfahrten in Jerez Bestzeit erzielt. Hat das Auto wieder einen Schritt nach vorne gemacht?
Wurz: "Grundsätzlich ist es immer gut, der Schnellste zu sein. Man darf Testzeiten aber nicht überbewerten. Wir waren zur besten Zeit mit dem richtigen Testprogramm und neuen Reifen draußen. Daher die Bestzeit. In Wirklichkeit hat sich aber nicht viel verändert, wir sind im hartumkämpften Mittelfeld. Bei normalen Rennabläufen können wir nur punkten, wenn alles tipptopp läuft."

Auch in Ungarn?
Wurz: "Ich denke, wir können im Zeittraining in den Top 12 sein und im Rennen um Punkte kämpfen. Überholen ist auf der Strecke im Zweikampf fast unmöglich, aber mit Strategie kann man etwas anrichten. Und es kann sowieso alles ganz anders sein, weil für Samstag und Sonntag Regen angesagt ist."

Trotzdem ist Budapest für jeden Österreicher ein heimliches Heimrennen...
Wurz: "Ein Rennen auf dem Österreichring würde mir das Herz zwar noch ein wenig höher schlagen lassen, aber Ungarn ist so etwas wie der zweite Heim-Grand-Prix. In den Jahren, in denen ich aktiv war, sind immer viele Österreicher gekommen. Es ist supercool, wenn man Fahnen und Fans an der Strecke hat. Wir sollten den anderen zeigen, wo die echte Alpen-Power steckt."

Wie sind Sie in der Comeback-Saison mit den eigenen Leistungen zufrieden. Haben Sie sich irgendetwas vorzuwerfen?
Wurz: "Vorwerfen ist ein starkes Wort, das kann ich auf keinen Fall. Aber ich bin sehr selbstkritisch. Es gibt immer Bereiche, in denen Verbesserungen möglich und zielführend sind - zum Beispiel im Anpassen des Fahrstils an die neuen Reifen. In den letzten Rennen haben wir gesehen, dass sich das Blatt wendet. Mit dem neunten WM-Platz kann ich sehr zufrieden sein, genauso wie mit meiner Rennstärke und den Überholmanövern. Start-Performance, Eigenfehler, Konstanz und Einsatz waren ebenfalls in Ordnung."

Im Sommer beginnen traditionell die Spekulationen um Cockpits für die kommende Saison. Wie beurteilen Sie Ihre Chancen auf einen neuen Williams-Vertrag?
Wurz: "Es sind meistens die Medien, die als erste das Fahrerkarussell ins Drehen bringen wollen. Das ist legitim und das verstehe ich. Teamintern bin ich bei Vertragsverhandlungen bewusst zurückhaltend. Es ist am Besten, wenn ich mich auf Leistungen konzentriere. Der Rest kommt dann von alleine. Ich finde es zu früh, jetzt den möglichen Vertrag für 2008 zu fordern. Was nicht heißt, dass ich die Augen nicht offen halte. Aber ich kann zur Zeit sehr ruhig schlafen, obwohl viele Leute bei Williams an die Tür klopfen - zum Teil mit viel Geld im Schlepptau."

Im Vorjahr wurde unmittelbar vor dem Ungarn-Grand-Prix Ihre Rückkehr ins Renncockpit bekannt. Ein gutes Gefühl?
Wurz: "Für so etwas bekomme ich heuer leider weder eine Zeitgutschrift noch einen warmen Händedruck. Aber es war ein sehr schönes Wochenende damals - obwohl ich eine Lebensmittelvergiftung gehabt habe."

Ihre Frau erwartet im Oktober das dritte Kind. Wie groß ist die Vorfreude? Welchen Anteil hat Ihre Familie am derzeitigen Erfolg?
Wurz: "Meine Familie ist der echte Erfolg, um es genau zu betrachten. Wir freuen uns alle schon sehr auf den nächsten Buben, der ins Haus steht. Der Anteil meiner Familie, von Eltern bis Frau und Kinder, ist schwer in Worte oder Prozente zu fassen. Aber es ist schön, zu wissen, dass man, auch wenn man alleine am Lenkrad dreht, nie wirklich alleine ist. Ein Fundament, auf dem ich super aufbauen kann - in guten und in schweren Zeiten."

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