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01.08.2007 14:58

Eines von zehn E-Mails ist brauchbar - Rest ist Spam

Eigentlich verbringen wir mehr Zeit mit dem Aussieben und Löschen unserer E-Mails als mit dem Lesen selbiger: Lediglich eine von zehn elektronischen Nachrichten ist tatsächlich erwünscht und für den Empfänger brauchbar. Der Rest ist Müll. So lautet die Bilanz des Wiener Software-Experten Ikarus.

Täglich werden in den Rechenzentren des Unternehmens rund zwölf Millionen E-Mails auf Viren, Trojaner oder sonstige unerwünschte Anhänge gescannt. Die Bilanz ist ernüchternd, erfreulich ist nur der Rückgang von Problemen im Zusammenhang mit Phishing-Mails.

In erster Linie sei es der Reaktion der heimischen Banken zu verdanken, dass die Probleme im Zusammenhang mit Phishing-Mails eingedämmt werden konnten. Die Sicherheitssysteme der Online-Banking-Portale österreichischer Geldinstitute seien zum Beispiel jenen der Banken in Deutschland weit voraus, so Pichlmayer. Dort hat sich die Anzahl an Phishing-Mails im ersten Halbjahr 2007 verdoppelt.

14 Prozent Aktien-Spam - straffrei!
Immer populärer wird hingegen das Verbreiten von Aktien-Spams, sagte Ikarus-Geschäftsführer Josef Pichlmayer. Das Grundprinzip: Über die Aussendung von Spam-Mails wird eine - mitunter sehr plausibel klingende - Geschichte verbreitet, in der etwa gewinnträchtige bevorstehende Investitionen des betreffenden Unternehmens angekündigt werden. Je mehr Empfänger sich zum Kauf der Aktie entschließen, desto schneller steigt der Aktienkurs. Der ursprüngliche Versender kann seine Anteile zu einem günstigen Zeitpunkt abstoßen und so saftige Gewinne lukrieren.

Das Schlimme an Aktien-Spam ist, dass eine derartige Vorgehensweise in Europa im Moment noch ohne rechtliche Konsequenzen möglich ist! In den USA, wo das Phänomen schon länger auftritt, bestehen bereits gesetzliche Regelungen, die dies zu einer strafbaren Handlung machen. Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall, denn in Österreich nähern sich derartige E-Mails mit mittlerweile 14 Prozent Anteil an der gesamten Spam-Masse den reinen Werbe-E-Mails an.

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