Sa, 20. Jänner 2018

Schutzschild im All

01.08.2007 11:00

Magnetfeld als Schutz vor Strahlung für Astronauten

"Schilde hoch!" - Mit diesem Befehl haben Star Trek-Captains von Kirk über Picard bis Janeway und Sisko ihre Raumschiffe zig-fach vor bösen Angreifern gerettet. Nun könnte die Idee eines Schutzschildes für Raumschiffe tatsächlich realisiert werden. Wissenschafter des britischen Rutherford Appleton Laboratory und der University of York arbeiten derzeit an einem Experiment, mit dem ein Schild nach dem Vorbild des irdischen Magnetfeldes im Labor nachgebaut werden soll.

Dabei geht es - jedenfalls vorläufig - weniger um die Abwehr von Klingonen oder anderer böser Aliens als vielmehr um den Schutz einer Raumschiff- oder Weltraumstations-Besatzung vor gefährlicher natürlicher Strahlung, berichtet die Zeitschrift "Fusion News" des Europäischen Abkommens der Fusionsforschung (EFDA).

Auf der Erde sind Organismen durch das irdische Magnetfeld vor der hauptsächlich von der Sonne kommenden Strahlung weitgehend geschützt. Selbst auf der Internationalen Raumstation ISS in einer Höhe von rund 400 Kilometern genießt die Besatzung noch einen gewissen Schutz des Magnetfeldes, weiter draußen wird es dann immer grimmiger. Die Strahlenbelastung ist auch eines der ungelösten Probleme für einen lange dauernden Raumflug, etwa zum Mars.

Starke Magnetfelder sollen Strahlung abhalten
Während bisherige Versuche zur Abschirmung etwa auf bestimmte Kunststoffe setzten, soll der neue Schutzschild der britischen Forscher nach dem Vorbild Erde auf Basis eines Magnetfeldes funktionieren. Wenn auch in umgekehrter Richtung, ist dieser Schutzschild nämlich schon realisiert bzw. in Bau: Für Kernfusionsexperimente muss das so genannte Plasma mittels Magnetfeldern eingeschlossen werden, da kein Material den hohen Temperaturen, die bei einer Kernfusion entstehen, standhalten würde.

Ähnlich wie beim in Planung befindlichen Fusions-Reaktor "ITER" soll ein künftiger Raumschiff-Schutzschild mittels starker Magneten jene Strahlung abhalten, die im Fusionsreaktor einschlossen wird. Fraglich ist noch, wie die extrem aufwendige Technik dereinst ins All transportiert werden soll.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden