Sa, 25. November 2017

Zornbraten

30.07.2008 15:46

Weg mit der Wut

Du stehst mit deinem Kind an der Supermarktkasse und wartest. Dein Kind will einen Schokoriegel. Du sagst nein. Und schon ist das Desaster perfekt. Dein Kind beginnt zu heulen, zu brüllen, trommelt auf den Einkaufswagen ein und wälzt sich schlussendlich schreiend auf dem Boden. Ein Albtraum vieler Eltern. Doch was kannst du tun, um deinem Kind diese Wutanfälle abzugewöhnen? krone.at gibt Tipps und verrät Tricks.

Wenn dein Kind einen Wutanfall bekommt, dann ist meist einer der drei folgenden Gründe die Ursache dafür: Erstens kann es sein, dass dein Kind einen Machtkampf gewinnen will. Der Wutanfall soll dich einfach unter Druck setzen. Zweitens ist es möglich, dass dein Kind deine Aufmerksamkeit oder die Aufmerksamkeit seines Umfelds auf sich ziehen will. Und drittens ist es möglich, dass dein Kind auf diese Weise einfach seinen Frust zum Ausdruck bringen möchte. Das kann durch für Erwachsene lächerlich erscheinende Vorfälle passieren, wie z.B. dass dein Kind sein Essen selbst zerteilen wollte, und du das jetzt schon für es gemacht hast. In jedem Fall ist das Ergebnis jedoch das gleiche: Dein Kind brüllt, weint, wirft sich zu Boden – und du stehst hilflos daneben.

Die Ruhe bewahren
Wichtig ist vor allem eines: Ruhig bleiben! Auch wenn das mitten im Supermarkt zugegebenermaßen schwer fällt, so ist Gelassenheit dennoch das einzige Mittel, das langfristig gegen Wutanfälle hilft. Denn je mehr Aufmerksamkeit dein Kind dann bekommt, desto stärker werden die Anfälle von Mal zu mal. Einfach tief durchatmen und bis zwanzig zählen. Schenke deinem Kind keinerlei Beachtung. Das ist zwar schwierig, aber dein Kind wird sich wieder beruhigen. Versetze dich einfach kurz in eine unbeteiligte dritte Person, die sich jederzeit umdrehen und gehen kann. Beachte dein Kind einfach so lange nicht, bis es sich wieder beruhigt hat.

Nicht nachgeben
Mit dem Wutanfall versucht dein Kind meist ein bestimmtes Ergebnis von dir zu erpressen. Ein Beispiel: Dein Kind soll sein Zimmer aufräumen, will aber nicht und wird wütend. Wenn es das mit seinem Ausbruch auch erreicht, verstärkst du sein Verhalten – du hast es ja gerade quasi dafür belohnt, dass es wütend wurde. Die logische Folge: Dein Kind wird immer wieder zu diesem Druckmittel greifen. Besser also, du erträgst einige Male die Wutanfälle deines Kindes und machst klar, dass du von deiner Position nicht abgehst. Wichtig ist besonders, dass du so wenig emotional wie möglich reagierst. Denn wenn dein Kind in diesem Verhalten nicht bestärkt wird, werden die Anfälle schwächer und seltener.

Dabei hilft es zum Beispiel, ein Wut-Tagebuch zu führen. Notiere dir jeden Wutanfall deines Kindes mit Auslöser, dem Verhalten deines Kindes, deiner Reaktion und der Reaktion deines Kindes darauf. So siehst du schnell, wie dein Kind auf deine Maßnahmen reagiert und du kannst rasch Fortschritte erkennen.

Ein Wutventil finden
Dein Kind darf seine Wut ruhig abreagieren, aber nur an dafür vorgesehenen Plätzen oder mit extra dafür bereitstehenden Gegenständen. Ein kleiner Boxsack oder ein großer Polster sind dafür sehr gut geeignet. Auf diese darf es eintreten und einschlagen, bis es sich ausgetobt hat.

Geht dein Kind jedoch in seiner Wut auf andere los, oder beschädigt fremdes Eigentum, musst du dazwischen gehen. Ein energisches „Schluss damit“, gemeinsam mit einem Wegheben oder –tragen deines Kindes ist meist genug. Achte jedoch darauf, mit ruhiger Stimme zu sprechen und nicht emotional zu werden. Von Bestrafungen solltest du möglichst absehen, da auch diese das Wut-Verhalten verstärken.

Nach dem Anfall
Wichtig ist, dass du zunächst nicht weiter auf die Situation eingehst, sondern die nächste Aktivität vorschlägst, z.B. Zimmer aufräumen, kochen, spazieren gehen etc. So gibst du deinem Kind die Gelegenheit, schnell aus der Wutsituation herauszukommen, und neu zu starten. Danach solltet ihr aber den Wutanfall gemeinsam aufarbeiten. Sprich mit deinem Kind offen darüber, was es mit seiner Wut bei dir emotional auslöst. Sag ihm offen, dass es dich sehr traurig macht, und bringe es dazu, sich in deine Situation hineinzuversetzen, indem du es fragst, wie es sich an deiner Stelle fühlen würde.

Dann geht gemeinsam der Situation auf den Grund: Was hat die Wut ausgelöst? Und finde mit deinem Kind gemeinsam eine Lösung, wie es Wutanfälle vermeiden kann. Mache ihm klar, dass man über alle Dinge reden kann, und eine Lösung findet. Mit Wut kommt es nicht weiter. Wichtig ist auch, dass dein Kind spürt, dass du es trotzdem lieb hast. Wärme und Geborgenheit sind nach emotional aufwühlenden Situationen sehr wichtig, um wieder in den Normalzustand zurückzukommen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden