Sa, 24. Februar 2018

Entartete Zellen

01.02.2018 06:01

Krebstherapie im Umbruch!

Dank des medizinischen Fortschritts stehen neben Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen viele neue, sehr wirksame Substanzen zur Behandlung von Krebs zur Verfügung. Beim von der "Krone" präsentierten "4. Linzer Krebskongress" am Samstag im Kepler Uniklinikum Linz geben Experten umfassend Auskunft.

Ein gesunder Mensch entwickelt etwa 100.000 Krebszellen täglich - allerdings werden diese vom Immunsystem sofort bekämpft. "Krebs entsteht dann, wenn das Immunsystem körpereigene entartete Zellen nicht mehr erkennt und dadurch auch nicht bekämpft", sagt Michael Fridrik, Leiter des Tumor-Zentrums im Kepler Uniklinikum. Eine "Entgleisung", die allerdings nicht in jedem Organ gleich häufig passiert.

Schwankende Risiken
Die Wahrscheinlichkeit, etwa an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, liegt bei einem Prozent. Beim Knorpelgewebe des Kehlkopfes beträgt sie aber nicht einmal ein Tausendstel davon. Auch innerhalb der Organe schwanken die Risiken deutlich: Im Dickdarm entstehen 24-mal mehr Tumore als im Dünndarm, weil es im Dickdarm ungleich mehr Zellteilungen als im Dünndarm gibt.
Haben Umwelteinflüsse und Lebensstil Einfluss auf die Entstehung von Krebs?
Fridrik: "Rauchen, Sport, Ernährung, UV-Strahlung, radioaktive Strahlen oder Infektionen können negativ oder positiv beeinflussen."
Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander rät zu Prävention und Vorsorge: "Gerade bei Krebs ist Früherkennung für den weiteren Krankheitsverlauf entscheidend und kann Leben retten."

Fragen zum Thema werden am Samstag, 3. 2. (10  bis 16.30 Uhr), beim "4. Linzer Krebskongress" im Ausbildungszentrum des Linzer Med Campus V., Krankenhausstraße 26-30, beantwortet.

"Wir beraten auch die Angehörigen"
Alexandra Fuchs, Chefin der Abteilung für Klinische Psychologie der Linzer Uniklinik, empfiehlt auch Angehörigen psychologische Hilfe.

"Krone": Welchen Beitrag kann die Klinische Psychologie leisten, um Krebspatienten zu unterstützen?
Alexandra Fuchs: Wir bieten mit dem Fachgebiet Psycho-Onkologie Unterstützung in allen Krankheitsverarbeitungsphasen an. Dabei geht es darum, Ängste zu reduzieren und depressive Symptome zu behandeln. Vorrangiges Ziel ist, zu einer Steigerung der Lebensqualität beizutragen.

"Krone": Nach der Diagnose Krebs sind intensive Emotionen vermutlich völlig normal?
Fuchs: Ja, aber es ist nicht jede depressive Stimmung, die kurzfristig in so einer Krisensituation auftritt, auch gleich eine Depression.

"Krone": Gibt es etwas, das von den meisten Patienten als hilfreich empfunden wird?
Fuchs: Für fast alle sind ein stabiles privates Umfeld und soziale Unterstützung wichtig. Dazu gilt es, sich bewusst zu machen, was einem gut tut und Kraft gibt - Hobbys, Urlaub, ein Haustier.

"Krone": Sollen sich auch Angehörige an Sie wenden?
Fuchs: Unbedingt, denn auch das Umfeld ist stark betroffen. Für Angehörige ist es befreiend, mit neutralen Personen über ihre Emotionen zu reden.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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