Do, 19. April 2018

Düngeverordnung

13.01.2018 15:08

Zwei Jahre nach Bauern-Demos gelang Durchbruch

Wütende Proteste, Demos in Leibnitz und Graz: Eine neue Verordnung zum Schutz des Grundwassers entlang der Mur von Graz bis Bad Radkersburg brachte die Bauern vor zwei Jahren auf die Barrikaden. Sie sahen sich im Düngen ihrer Felder zu stark eingeschränkt. Nach vielen Gesprächen gibt es nun einen Durchbruch.

Die teils zu hohe Nitratbelastung im Grundwasser war ausschlaggebend für die umstrittene Verordnung - übrigens eine der letzten Amtshandlungen des bis zur Wahl 2015 amtierenden FP-Umweltlandesrats Gerhard Kurzmann. Die neue Landesregierung erbte die heikle Angelegenheit und bekam vor allem von Seiten der Bauern viel Druck.

Ab Herbst 2016 erarbeiteten dann fünf Arbeitsgruppen ein Jahr lang Vorschläge und Maßnahmen. Landwirte, die Wasserverbände, Vertreter des Landes und Wissenschaftler waren eingebunden, federführend war Harald Kainz, der Rektor der TU Graz: "Meine Herausforderung bestand darin, die Gesprächsbasis aller betroffenen Gruppen wieder herzustellen."

Kainz lobt das "hohe Engagement" und den "fairen Dialog" aller Beteiligten, sodass jetzt eine neue Verordnung vorliegt und bis Ende Jänner in Begutachtung ist. Im Laufe des Jahres soll sie schrittweise in Kraft treten.

Striktere Einschränkung für Gülle im Herbst
Die Bauern kritisierten ja vor allem die Düngevorgaben für ihre Äcker, die ihrer Meinung nach auf veraltete Daten basierten. In Zukunft soll eine neue, auf die Feldkapazität aufbauende Karte die realen Verhältnisse besser abbilden. Insgesamt ist eine Reihe von Erleichterungen in der Bewirtschaftung zulässig. Strikter eingeschränkt wird dagegen die Herbstdüngung, die laut Experten das Grundwasser besonders schadet. Da viele Bauern künftig größere Güllegruben brauchen, wurde ein Leitfaden für die technische Ausführung erarbeitet.

Die Grundwasserschutz-Ziele sollen nicht mehr wie ursprünglich 2020, sondern bis 2023 erreicht werden.

Jakob Traby, Kronen Zeitung

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