Mi, 25. April 2018

Hand zerfetzt

01.01.2018 18:33

Schwere Unfälle überschatten Neujahrsfeiern

Rund 25.000 Besucher waren bei der größten Silvesterparty des Landes in Innsbruck dabei, als bei dichtem Nebel das vermutlich letzte Feuerwerk dieser Art beim Bergsilvester gezündet wurde. Die Feierlichkeiten verliefen zum großen Teil friedlich, wurden aber von schweren Unfällen beim Hantieren mit Raketen überschattet.

Lange hat es so ausgesehen, als würde dieser Jahreswechsel ohne schwere Unfälle über die Bühne geht. Doch um 6 Uhr in der Früh passierte Schreckliches. Ein Ungar (30) machte in Innsbruck-Saggen einen Fehler, vor dem Experten immer wieder eindringlich warnen. Auf der Straße lag eine Feuerwerksrakete, die nicht gezündet hatte. Der 30-Jährige hob sie auf und wollte sie doch noch in den Himmel schießen. Plötzlich explodierte die Rakete und zerfetzte dem Mann nahezu die gesamte linke Hand. Der Schwerverletzte wurde in die Klinik eingeliefert. Dort kämpften die Ärzte um die Hand des Ungarn. "Leider konnte nicht einmal die Greiffunktion erhalten werden", so Klinik-Sprecher Johannes Schwamberger.

Drei Burschen verletzt

Auch in Rum wollten Montag Nachmittag drei Burschen (11, 12, 13) eine herumliegende und noch funktionstüchtige Rakete zünden. Sie explodierte und verletzte die Buben erheblich.

In Virgen in Osttirol wurde ein 35-Jähriger beim Hantieren mit Silvesterraketen verletzt. 5 Minuten nach Mitternacht wollte der Mann vor seinem Haus ein Batteriefeuerwerk zünden. Eine Rakete traf den Osttiroler im Halsbereich und verletzte ihn erheblich.

Brände durch Raketen

Auch einige Brände durch Feuerwerkskörper stehen in der Bilanz. Gegen 1 Uhr brannte es auf einem verglasten Balkon am Innsbrucker Boznerplatz. Eine Rakete hatte die Scheibe des Balkons durchschlagen und setzte Balkontür und einen Kasten in Brand. Das Feuer wurde rasch entdeckt und von der Feuerwehr gelöscht.

Kurz vor 3 Uhr der nächste Feueralarm, diesmal im Stadtteil Amras. Laut Ermittlungen entzündete sich ein in einem Müllkübel entsorgtes Batteriefeuerwerk. Das Feuer griff auf eine Holzwand eines Stadels über. Auch hier war der Brand rasch gelöscht.

355 Alarmierungen

Die Leitstelle Tirol nahm in der Silvesternacht 355 Notrufe entgegen, um 70 weniger als im Vorjahr. Die meisten Alarmierungen gab es für die Rettung (290), gefolgt von der Feuerwehr (60) und der Bergrettung (5).

Claudia Thurner, Kronen Zeitung

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