Do, 14. Dezember 2017

Der Preisvergleich

07.12.2017 15:48

Teurer Pistenspaß: Das kostet unser Nationalsport

In den Skigebieten lässt sich als Betreiber gutes Geld verdienen - und als Konsument auch ausgeben. Der Verein für Konsumenteninformation hat festgestellt, dass in den vergangenen 14 Jahren die Preise in den Skigebieten nur eine Richtung kennen: stetig nach oben. Um bis zu zwei Euro im Vergleich zum Vorjahr wurde der Pistenspaß im Winter teurer. Die "Krone" hat sich in den Skigebieten umgehört.

Mit 55 Euro für die Tageskarte in der Hochsaison ist die Gamsstadt Kitzbühel das teuerste Skigebiet der Alpenrepublik. Josef Burger, Chef der Kitzbüheler Bergbahnen, findet angesichts des Angebotes das Preis-Leistungs-Verhältnis "sehr günstig" und spricht von fairen Preisen: "Wir verfügen über 52 Liftanlagen mit 215 Pistenkilometern - alle auch technisch beschneit und optimal präpariert. Wir haben seit 2008 über 170 Millionen Euro in unsere Anlagen investiert - die dadurch entstandene Qualität hat eben ihren Preis."

Patenschaften gegen den teuren Pistenspaß
Der Skicircus Saalbach, Hinterglemm, Leogang, Fieberbrunn ist bei den Tageskarten mit 53 Euro die viertteuerste Skiregion Österreichs. Das hat Gründe. 270 Pistenkilometer, moderne Anlagen und fast 100 Prozent Schneesicherheit machen das grenzüberschreitende Skivergnügen (Salzburg und Tirol) teuer, aber nicht unbezahlbar. Denn: Wer schlau ist, kann hier Luxus zu günstigen Preisen genießen.

Jeden Samstag zum Beispiel fahren Jugendliche unter 19 Jahren um nur zehn Euro den ganzen Tag. Für einheimische Kinder in schwierigen finanziellen Verhältnissen hat sich die Gemeinde etwas einfallen lassen: "Sportgeschäfte übernehmen Patenschaften. Familien, die sich die Skiausrüstung nicht leisten können, bekommen sie für die Saison zur Verfügung gestellt", so Gemeinderat Roman Kendler.

"Viel persönlicher Einsatz"
Das Geheimnis von günstigen Preisen kann sehr einfach sein: "Persönlicher Einsatz", sagt Geschäftsführer David Hammerl von den Skiliften im steirischen Wenigzell. So werden die Beschneiungsanlagen noch händisch bedient, die private Liftgesellschaft führt die Skihütte. Die dortigen Preise schonen die Geldbörse: ein Mineralwasser um 1,90 Euro, das Schnitzerl mit Beilage 8,90 Euro. Eine vierköpfige Familie kann um 50 Euro zu Mittag essen - Kaffee inklusive.

Die Tagesskikarten für zwei Erwachsene und zwei Kinder kommen dank eines Familienrabatts auf 62,90 Euro. Wobei laut Hammerl die meisten Skigäste nur für einige Stunden kommen. Mit zwei Schleppliften, einem Übungslift und zwei Pistenkilometern ist das Wenigzeller Skigebiet überschaubar. Da überrascht es, dass gleich zwei Skischulen vor Ort Kurse anbieten. Für fünf Tage verrechnet die Skischule Wenigzell 100 Euro, für eine Privatstunde 32 Euro.

Kronen Zeitung

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