Mi, 13. Dezember 2017

Überfälle geklärt

02.12.2017 16:19

Verurteilte Bankräuberin war Vorbild für Gang

Gleich zwei Raubüberfälle auf einen Schlag hat das Landeskriminalamt nach umfangreichen Ermittlungen geklärt: Und zwar jenen am Faschingsdienstag diesen Jahres in Gleisdorf und jenen im August 2015 in Vasoldsberg. Dahinter steckte eine "Spielergruppe", für die eine Bankräuberin als Vorbild fungierte.

Der erste Überfall ereignete sich am 21. August 2015. Die Verdächtigen hatten sich im Zuge ihrer Spielsucht kennengelernt und litten permanent unter Geldnot. Ein 57-Jähriger stiftete daher seinen Freund (32), mit dem er sich täglich traf, dazu an, die Filiale in Vasoldsberg zu überfallen. Er selber sei körperlich dazu nicht mehr in der Lage, dafür sorgte er für die zum Überfall benötigten Utensilien und lieh ihm Gewand. So betrat der 32-Jährige aus der Region Gleisdorf das Geldinstitut mit einem Messer in der Hand (die Spielzeugpistole, die er von seinem Freund bekommen hatte, benutzte er nicht), forderte Geld und flüchtete zuerst zu Fuß und dann per Auto über die Schemmerlhöhe Richtung Laßnitztal. Dabei entsorgte er Teile seiner Kleidung. Er fuhr zum Anwesen des 57-Jährigen, wo sich auch ein weiterer Bekannter (63) befand. Der stellte ihm ein Mietauto zur Verfügung und verschaffte ihm eine Unterkunft. Später verließ der mutmaßliche Räuber seine Bekannten, um als Kellner auf Saison zu gehen. Im Zuge dessen wurde er in Velden geschnappt und festgenommen.

Mit Opa-Maske in Bank
Tatort Nummer 2 war dann Gleisdorf am Faschingsdienstag diesen Jahres. Zur Truppe zählte diesmal auch ein 36-Jähriger, ebenso spielsüchtig, der in einem Grazer Spielcasino jene Frau erkannte, die mit Bart verkleidet zwei Banküberfälle begangen hatte. Damals suchte die Polizei noch nach ihr. Für ihn fungierte sie als Ansporn, dasselbe zu tun, denn sie hatte Geld. Der 57-Jährige soll daraufhin mit seinem jüngeren Kollegen zuerst in ein Lokal und dann zur Bank gefahren sein: Mit einer Opa-Maske betrat der 36-Jährige die Filiale, forderte Geld und flüchtete mit seinem Kumpel. Die Beute, einen fünfstelligen Geldbetrag, hatten sie binnen 48 Stunden verspielt. "Der 57-jährige Steirer bestreitet seine Beteiligung als Anstifter, wird von den anderen Verdächtigen, die geständig sind, aber schwer belastet", sagt Raub-Ermittler Wolfgang Ofner. Nun sitzen alle bis auf den 63-Jährigen in Haft.

Monika Krisper, Kronen Zeitung

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