Do, 24. Mai 2018

Diplomat abgezogen

30.11.2017 16:45

Deutschland schränkt Beziehungen zu Nordkorea ein

Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas schränkt Deutschland seine diplomatischen Beziehungen zu dem ostasiatischen Land ein. Ein deutscher Diplomat, aber nicht der Botschafter, werde aus der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang abgezogen, sagte Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstag bei einem Besuch in Washington.

Gleichzeitig sei Nordkorea aufgefordert worden, einen Botschaftsmitarbeiter aus Berlin zurückzubeordern. "Der diplomatische Druck wird also erhöht, andere in Europa tun das auch", sagte Gabriel. Einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen lehnt er aber weiter ab.

Das Auswärtige Amt hatte wegen der nordkoreanischen Raketen- und Atomtests bereits Ende Juli zwei Botschaftsmitarbeiter aus Pjöngjang abgezogen und zwei nordkoreanische Diplomaten zur Ausreise aufgefordert. Die neue Personalkürzung wurde schon am Mittwoch dem nordkoreanischen Botschafter bei einer Einbestellung mitgeteilt.

Kurz danach forderte die Sprecherin des US-Außenministers, Heather Nauert, Deutschland und andere Staaten dazu auf, ihre diplomatischen Beziehungen zu dem Land ganz abzubrechen. US-Außenminister Rex Tillerson wiederholte diese Forderung im persönlichen Gespräch mit Gabriel nach dessen Angaben aber nicht. Auch auf anderem Wege gebe es keine entsprechende offizielle Aufforderung der USA an Deutschland, sagte Gabriel.

Österreich hat keine diplomatische Vertretung in Pjöngjang, Nordkorea unterhält aber eine Botschaft in Wien. Deutschland hat dagegen eine "niedrige einstellige Zahl" entsandter Diplomaten in Pjöngjang, umgekehrt ist es die gleiche Größenordnung. Genaue Angaben macht das Auswärtige Amt aus Sicherheitsgründen nicht.

Trump kündigt neue Sanktionen gegen Nordkorea an
Bereits am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump neue Sanktionen gegen Nordkorea angekündigt. Er habe mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über die provokanten Aktionen Nordkoreas gesprochen, so Trump weiter. Danach erklärte das Weiße Haus, Trump habe China aufgefordert, "alle verfügbaren Hebel" zu nutzen, um den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Der US-Präsident hatte von China mehrfach verlangt, einen härteren Kurs gegenüber Pjöngjang einzuschlagen.

Rakete mit großer Reichweite getestet
Nordkorea hatte am Dienstag allen internationalen Warnungen zum Trotz eine Rakete mit besonders großer Reichweite getestet. Laut Angaben des Pentagon legte die Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15 rund 1000 Kilometer zurück und schlug dann im Japanischen Meer ein. Die Führung in Nordkorea reklamierte am Mittwoch, das Land sei nun in der Lage, die gesamten USA mit Interkontinentalraketen zu erreichen.

 krone.at
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