Mo, 28. Mai 2018

US-Aufruf an Welt:

30.11.2017 11:11

"Beendet alle Beziehungen mit Nordkorea!"

Nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest haben die USA alle Staaten aufgefordert, ihre diplomatischen sowie Geschäftsbeziehungen mit dem Regime in Pjöngjang abzubrechen. Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, warnte Nordkorea in einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Mittwoch zudem, "im Falle eines Kriegs" werde die Führung in Pjöngjang "vollkommen zerstört" werden. US-Präsident Donald Trump kündigte neue, "bedeutende" Sanktionen gegen das Land an und beschimpfte den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un als "kranken Welpen".

Nordkorea hatte allen internationalen Warnungen zum Trotz am Mittwoch eine Rakete mit besonders großer Reichweite getestet und damit geprahlt, "die staatliche Atomstreitmacht vervollständigt" zu haben. Nun liege das gesamte US-Festland in Reichweite nordkoreanischer Raketen, hieß es. Nach US-Erkenntnissen stürzte die Rakete etwa 1000 Kilometer vom Startort entfernt ins Meer, sie habe keine Gefahr für Nordamerika dargestellt. Experten zufolge handelte es sich aber um eine besonders starke Rakete mit großer Reichweite.

Haley berichtete im Sicherheitsrat, dass Trump in einem Telefonat mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping gefordert habe, China solle sämtliche Öllieferungen an Nordkorea stoppen. "Dies wäre ein entscheidender Schritt bei den weltweiten Bemühungen, diesen internationalen Paria (Außenseiter, Anm.) zu stoppen", sagte die US-Diplomatin.

Haley: "Nordkorea hat sich für die Aggression entschieden"
Sollte es zum Krieg kommen, werde die Führung Nordkoreas "vollkommen zerstört" werden. Mit seinem jüngsten Test einer Interkontinentalrakete habe sich Nordkorea für "die Aggression entschieden" statt für einen friedlichen Prozess, sagte Haley. "Das Verhalten Nordkoreas ist immer weniger tolerierbar." Trump hatte bereits bei seinem ersten Auftritt vor der UNO im September Nordkorea mit der "völligen Zerstörung" gedroht.

Trotz der scharfen Verurteilung des jüngsten Raketentests werden der US-Forderung nach einer Kappung der diplomatischen Kanäle nach Pjöngjang viele Staaten wohl nicht folgen. So meinte etwa Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, dass Gesprächskanäle offen bleiben sollten. "Wenn alles geschlossen wird, alle Dämme gebrochen sind, dann bleibt ja nur eines: dass man dann mit Gewalt reagiert. Und das kann ja auch nicht gehen."

Moskau warnt vor "extremen Schritten" Nordkoreas
In Moskau stieß die Forderung aus Washington auf taube Ohren. Diese Maßnahme könnte Pjöngjang zu "extremen Schritten" nötigen, warnte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag. Moskau habe schon mehrmals betont, dass der Druck durch Sanktionen keine Wirkung zeige. Sollten die USA einen Vorwand suchen, Nordkorea zu zerstören, sollten sie dies klar sagen. "Es scheint, als ob alles mit der Absicht gemacht wurde, damit Kim Jong Un ausrastet und eine weitere verzweifelte Tat unternimmt", sagte Lawrow.

Als Reaktion auf den sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest Nordkoreas vom 3. September hatte der Sicherheitsrat wenige Tage später ein achtes Sanktionspaket gegen Pjöngjang beschlossen. Dieses beinhaltet unter anderem ein Verbot von Textilimporten aus Nordkorea, ein Gasembargo sowie Beschränkungen bei Öllieferungen. Bisher zeigten jedoch sämtliche UNO-Resolutionen keinerlei Wirkung.

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