Mo, 18. Dezember 2017

Thema Erziehung

29.11.2017 12:57

Pubertät: Spielzeug und Schminke

Die Vorpubertät erwischt die meisten Eltern kalt und unerwartet. Scheinbar über Nacht ist der Nachwuchs plötzlich nur noch aufmüpfig.

Frech, genervt, antriebslos und im nächsten Moment wieder auf Kuschelkurs? Viele Eltern sind unsicher und fragen sich, was denn das nun wieder ist. Denn für die Pubertät ist es doch noch viel zu früh. Tatsache ist aber, dass sie sich heutzutage immer früher ankündigt. Wenn Kinder angriffslustig verbal entgleisen und Mama und Papa gar nichts mehr zu sagen haben sollen, dann schmerzt das natürlich. "Jetzt ist es besonders wichtig, dranzubleiben - auch wenn man dafür den eigenen Stolz überwinden muss", betont Eltern-Kids-Coach Nina Petz. "Aber nachtragendes Verhalten bringt nicht den gewünschten Erfolg und keinesfalls mehr Nähe. Das Gegenteil ist der Fall." Deshalb mehr denn je: einbringen, eigene Werte vermitteln und die Eltern-Kind-Beziehung hegen und pflegen.

Sport hilft enorm
Gemeinsame Unternehmungen wie Ausflüge stärken das Band zwischen Eltern und Kindern. Dabei öffnet sich nicht selten der Nachwuchs und spricht über seine Sorgen und Herausforderungen des Alltags.

Nie vergessen: Der körperliche und seelische "Umbau" der Kinder verbraucht Kraft und Energie. Die Kinder sind selbst oft extrem überfordert mit ihrer Gefühlssituation und ihren Stimmungsschwankungen. Sie brauchen einfühlsame Eltern, die für sie da sind.

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
Mein Sohn (11) ist der Einzige in der Klasse, der noch kein eigenes Smartphone hat. Er wird deshalb öfter aufgezogen und als Außenseiter behandelt. Ich überlege daher, ihm deswegen eines zu kaufen.

Das Verhalten der Mitschüler hört sich für mich nach Mobbing an. Gehen Sie dem nach! Sprechen Sie unbedingt auch mit dem Klassenvorstand bzw. der Direktion, wenn Ihr Sohn weiterhin "geschnitten" wird. Darüber hinaus bin ich skeptisch, ob der Kauf eines Smartphones die Problematik auch wirklich löst. Wahrscheinlich haben Sie schon viel über ein Pro und Contra nachgedacht - und ich kann durchaus verstehen, warum Sie bisher vielleicht noch von einem Handykauf abgesehen haben. Der teilweise unkontrollierte Umgang vieler Kinder und Jugendlicher damit ist tatsächlich sehr bedenklich. Fakt ist aber auch, dass digitale und soziale Medien heutzutage immer mehr an Bedeutung gewinnen. Unabhängig davon, wann Ihr Sohn also ein Smartphone bekommt, finde ich es wichtiger, dass Sie mit ihm gemeinsam den Umgang besprechen und reflektieren. Klare Regeln und Aufklärung zum Thema Mediennutzung und Internet sind unablässig. Lassen Sie sich jedenfalls zu keiner Entscheidung drängen und überlegen Sie in Ruhe noch einmal.

Susanne Zita, Kronen Zeitung

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