Wegen Tattoos

Trotz Schmerzen vom Zahnarzt nicht behandelt

Skandal beim Zahnarzt: Trotz herausgefallener Plombe und daraus resultierenden Schmerzen ist ein gebürtiger Kärntner bei einem Zahnarzt in Wien nicht behandelt worden. Laut dem betroffenen Mann sei er aufgrund seiner sichtbaren Tattoos diskriminiert worden. Nachdem er 45 Minuten im Warteraum ausgeharrt hatte, wurde er erst recht nicht behandelt - dachte er zumindest. City4U hat die ganze Story.

Die "Götter in Weiß" sollten eigentlich jeden Menschen ungeachtet von dessen Aussehen behandeln. Immerhin haben sie ja auch den hypokratischen Eid geschworen. Anscheinend fühlen sich nicht alle Ärzte diesem Schwur verpflichtet - oder hatten einen schlechten Tag.

#Bunte Haut

"Ich hatte akute Schmerzen, da mir in der Nacht eine Plombe abhanden gekommen ist und musste sofort zum Zahnarzt. Also fuhr ich hin und habe nach 45 Minuten im Warteraum schließlich das Behandlungszimmer betreten. Die Ärztin hat mich nicht einmal begrüßt und kaum beachtet. Als ich meine Jacke ausgezogen habe und meine Tattoos sichtbar wurden, habe ich bemerkt, wie sie mich mit abwertenden Blicken betrachtet hat", erzählt Matthias* im Gespräch mit City4U.

#Dann halt nicht!

Schließlich meinte die Ärztin, er solle sich auf den Behandlungsstuhl setzen, sagt der junge Mann weiter: "Sie arbeitete kurz in meinem Mund. Dann habe ich ihr versucht zu erklären, dass ich im Dezember einen Termin bei meinem eigentlichen Zahnarzt in Kärnten habe und es nur um den einen Zahn geht, der weh tut. Daraufhin hat sie dann das Besteck aus meinem Mund genommen, auf den Boden geschmissen und gesagt: 'Gut, dann halt nicht.' Dann hat sie wortlos den Behandlungsraum verlassen"

#Schockiert und wütend

Ganz perplex saß Matthias auf dem Zahnarztstuhl und fragte die Assistentin, was denn jetzt los gewesen sein und warum die Ärztin so unfreundlich gewesen wäre. "Sie hat dazu nichts gesagt und meinte nur, ich solle am 4. Dezember, eineinhalb Wochen später, wieder kommen, damit der Zahn dann wirklich repariert wird", beschreibt Matthias und ergänzt: "Das habe ich nicht ganz verstanden - warum ich wieder kommen sollte. Erst da habe ich erfahren, dass mir die Ärztin, bevor sie das Besteck auf den Boden fallen ließ, ein Provisorium eingesetzt hat. Das hat sie nicht einmal kommuniziert. Das war echt super strange alles."

#Die Konfrontation

Den Termin will Matthias aber trotzdem wahrnehmen: "Ich will nämlich schauen, ob mich wieder die gleiche Zahnärztin behandelt. Ich will ihr persönlich sagen, dass man so mit Menschen nicht umgehen kann. Behandeln lasse ich mich dort aber sicher nicht mehr. Ich warte auf meinen Termin in Kärnten. Dennoch möchte ich die Dame mit ihrem Verhalten konfrontieren. Die Chance hatte ich ja gar nicht, weil sie sofort, nachdem sie das Besteck auf den Boden geschmissen hat, den Raum verlassen hat."

#Zwei-Klassen-Medizin

"Ich finde, es sollte jeder eine adäquate Behandlung bekommen. Egal ob Mann oder Frau, welche Sprache man spricht oder ob man Tattoos hat oder nicht. Unser Medizinsystem hat anscheinend wirklich mehrere Klassen, wie ich zum ersten Mal spüren musste", betont er. Es komme nicht oft vor, dass er aufgrund seiner Tattoos oder seines Aussehens diskriminiert oder in eine bestimmte Schublade gesteckt werde. "Diese Erfahrung will ich auch echt nicht nochmal machen."

*Name von der Redaktion geändert

November 2017

Was meint ihr dazu? Habt ihr auch schon schlechte Erfahrungen bei Ärzten gemacht? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Viktoria Graf
Viktoria Graf
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