Sa, 16. Dezember 2017

Schnupfennase

25.11.2017 06:00

Hilfe, ich schmecke nichts!

Triefende Nase, Halsweh und Mattigkeit. Als ob man nicht schon genug mit dem grippalen Infekt gestraft wäre, schmecken auch noch Schinken, Kipferl und andere Speisen nach "nichts". Was ist passiert? So verdirbt die Erkältung die Lust auf genussvolles Essen.

Wer Gerüche kaum wahrnimmt, dem kommen selbst gut duftende Lebensmittel fad vor. Geruch und Geschmack hängen nämlich eng zusammen. Die sogenannten gustatorischen Eindrücke süß, sauer, salzig, bitter und umami (fleischiger Eingruck) werden von den Geschmacksknospen auf der Zunge übernommen. Für die komplizierten und vielfältigen Geschmackseindrücke ist die Nase zuständig. Genauer gesagt die Riechschleimhaut. Diese besteht aus verschiedenen Zellen, an die Duftstoffe andocken. Erst die Zusammenarbeit dieser beiden Sinne ergibt den Genuss beim Essen.

Lassen sich nun Schnupfenviren auf der Nasenschleimhaut nieder, reagiert das Immunsystem mit Entzündung und Schwellung, um die Feinde los zu werden. Das wiederum hindert Duftstoffe daran, bis zu den Riechzellen vorzudringen. Meist stellt sich normales Schmecken sofort wieder ein, wenn die Nase frei ist.

Abschwellende Tropfen oder Sprays lindern, sollten jedoch nur einige Tage angewendet werden (Arzt oder Apotheker fragen), da sich sonst der Effekt umkehren kann und eine Art Abhängigkeit entsteht, welche die Beschwerden noch verstärkt. Inhalationen mit ätherischen Ölen eignen sich ebenfalls (Dosierung genau beachten, damit die Wirkstoffe nicht zu intensiv sind) oder Salzwasser. Als weitere Hausmittel kann Zwiebel helfen (wer sie roh nicht mag, als Suppe oder Tee-Aufguss), die Nase zu "befreien", auch Ingwer hat sich bewährt.

Aggressive Erkältungsviren

Halsentzündung und Infektionen der Speicheldrüsen können gleichfalls die Geschmacksempfindung vorübergehend beeinflussen. Manchmal dauert es etwas länger, bis Speisen wieder munden - nämlich dann, wenn sehr aggressive Erreger Schäden an den Riechzellen anrichten und diese sich nur langsam regenerieren. Ganz selten bleiben Einschränkungen sogar dauerhaft zurück. Bessert sich die Geschmacks- und Geruchswahrnehmung nicht, sollte ein HNO-Arzt zu Rate gezogen werden. Mit Medikamenten lässt sich die Regeneration anregen. Übrigens: Ab etwa 60 Jahren lässt natürlicherweise die Geschmackfähigkeit im Zuge der Alterung mehr oder weniger nach.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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