Mo, 18. Dezember 2017

Myom-Entfernung

26.11.2017 06:00

"Mein Leben ist jetzt wieder unbeschwert…"

Dank einer nicht-operativen, radiologischen Methode - der sogenannten Katheterembolisation - ist eine Burgenländerin die Wucherung und auch die damit verbundenen Beschwerden los. Heute kann sie ihr Leben wieder in vollen Zügen genießen.

Vor zehn Jahren wurden bei Monika P. Myome (gutartige Geschwüre im Inneren oder an der Muskelwand der Gebärmutter) festgestellt, die anfangs keine Symptome machten. Drei Jahre später änderte sich das jedoch, seit damals quälten sie extrem starke Regelblutungen, die noch dazu länger als im Normalfall anhielten und unregelmäßig auftraten. "Mein Leben war ab diesem Moment ein anderes, ich fühlte mich sehr eingeschränkt, vor allem im Beruf, aber auch in der Freizeit. Einen Urlaub genau planen? Unmöglich. Irgendwann befand ich mich in Dauerbereitschaft", erzählt die heute 47-Jährige. Dazu gesellten sich Rückenbeschwerden, weil die vergrößerte Gebärmutter auf das "Kreuz" drückte. Der große Blutverlust wirkte sich durch Blutarmut, Müdigkeit, Schwindelgefühle etc. aus. Dadurch verlor sie das Vertrauen in ihren Körper. Ihr damaliger Gynäkologe drängte zu einer Gebärmutterentfernung. "Das wollte ich aber nicht, mir war wichtig, meine Gebärmutter zu behalten und ganz‘ zu bleiben. Denn ich bin ja ansonsten gesund. Außerdem haben Operationen immer auch Risiken", schildert die Hobbysportlerin, die gerne wandert und Fahrrad fährt. Auch ein weiterer Arzt riet ihr zur Entfernung.

Also litt die Burgenländerin jahrelang weiter, suchte selbst nach Möglichkeiten: "Ich trank literweise Kräutertee, machte Kräuterbäder und Diäten sowie probierte auch Akupunktur aus - aber meine Beschwerden wurden nur immer schlechter." Über Alternativen zu einer Gebärmutterentfernung informierte sie niemand. "Es steht z. B. seit zwei Jahren ein Medikament zur Verfügung, das ins Wachstum des Myoms eingreift. Allerdings schrumpft das Geschwür meist nur kurze Zeit. Die Arznei war daher eigentlich dafür gedacht, um eine nachfolgende Operation leichter zu machen", zeigt Prim. Univ.-Prof. Dr. Siegfried Thurnher, Vorstand der Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien, die Grenzen dieses Verfahrens auf.

"Es gibt aber auch zwei nicht-operative radiologische Methoden, bei der die Gebärmutter erhalten werden kann. Eine davon ist die Katheterembolisation", erklärt Prim. Thurnher. "Bei diesem minimal-invasiven Eingriff wird ein 1,5 Millimeter dünner Plastikschlauch in lokaler Vereisung über die Leiste bis zu den Blutgefäßen der Myome geführt. Winzige Kunststoffkügelchen, über den Katheter eingespritzt, verschließen dann die großen Myomarterien. Dadurch werden die Wucherungen ausgehungert und schrumpfen, Beschwerden gehen zurück." Der Eingriff dauert lediglich 30-45 Minuten, die Patientin befindet sich im Dämmerschlaf. Danach verabreicht der Arzt einige Tage Schmerzmittel. Monika P. begab sich im Dezember 2016 für diesen Eingriff in Prof. Thurnhers Hände. "Zu ihm habe ich gleich Vertrauen gefasst, denn für die Beratung hat er sich viel Zeit genommen." Heute geht es ihr wieder sehr gut: "Meine Regelblutungen sind normal stark und meine Rückenschmerzen wie weggeblasen, auch meine Blutwerte haben sich erholt. Endlich kann ich mein Leben wieder in vollen Zügen genießen."

Mag. Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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