Mo, 18. Dezember 2017

Mit nur 49 Jahren

20.11.2017 10:14

Wimbledon-Siegerin Jana Novotna gestorben

Die Tennis-Welt trauert um Jana Novotna! Im Alter von nur 49 Jahren starb die Wimbledon-Siegerin von 1998 am Sonntag in ihrer tschechischen Heimat nach einer schweren Krebserkrankung. "Die Tennis-Welt trauert nach dem Tod von Jana Novotna. Ich habe keine Worte dafür. Jana war eine Freundin und eine tolle Frau", schrieb Martina Navratilova am Montag.

Auch wenn Novotna nie die Erfolge ihrer erfolgreichen Landsfrau und 18-fachen Grand-Slam-Siegerin Navratilova erreichte, traf der tragische Verlust nicht nur ihr Heimatland. "Was für eine wundervolle Person, wunderschöne Seele, Tennis-Spielerin und Vorbild haben wir heute verloren. Ich werde dich vermissen, Jana", twitterte etwa Österreichs frühere Nummer 7 der Welt, Barbara Schett-Eagle.

Novotnas Weinkrampf nach ihrer bitteren Niederlage 1993 im Wimbledon-Finale gegen Steffi Graf war derart intensiv, dass sie selbst von der Herzogin von Kent in den Arm genommen und getröstet werden musste. Novotna hatte das Endspiel fast schon gewonnen, ehe sie die Begegnung doch noch aus der Hand gab. Fünf Jahre später siegte sie im All England Tennis Club aber doch noch. Am Sonntag starb die Tschechin im Alter von nur 49 Jahren im Kreise der Familie in ihrer Heimat.

Novotna gewann in den 14 Jahren ihrer Profi-Karriere 24 Titel im Einzel und 76 im Doppel. Sie war in der Weltrangliste die Nummer zwei im Einzel und die Nummer eins im Doppel. Im Wimbledon-Endspiel 1993 gegen Graf hatte Novotna bei eigenem Aufschlag schon mit 6:7,6:1 und 4:1 geführt - und verlor den entscheidenden Satz nach einem unerklärlichen Leistungseinbruch doch noch mit 4:6. 1998 holte sie gegen die Französin Nathalie Tauziat ihren einzigen Grand-Slam-Titel.

"Sie war ein wahrer Champion und ihr Erfolg 1998 wird noch sehr lange in Erinnerung bleiben", twitterten die Wimbledon-Veranstalter. "Tennis gibt mir alles und erfüllt mich auch nach all den Jahren", hatte Novotna noch vor zwei Jahren in London am Ort ihres größten Triumphes gesagt. Außerdem hatte sie zwei Silber- und eine Bronzemedaille bei Olympischen Spielen gewonnen, mit Tschechien holte sie 1988 den Sieg im Fed Cup.

"Jana war auf dem Platz und außerhalb des Platzes eine Inspiration für alle, die die Chance hatten, sie kennenzulernen. Unsere Gedanken sind bei Janas Familie", sagte WTA-Chef Steve Simon. Sechs Jahre nach ihrem Rücktritt wurde Novotna 2005 in die Tennis Hall of Fame aufgenommen. Selbst Tschechiens Ministerpräsident Bohuslav Sobotka reagierte betroffen und hob Novotnas Bedeutung für das Land hervor.

"Der tschechische Sport hat eine bedeutende Persönlichkeit verloren", teilte der Sozialdemokrat mit. "Die Freude, die sie uns mit ihrem Sieg in Wimbledon oder dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Atlanta bereitet hat, bleibt unvergesslich."

krone Sport
Redaktion
krone Sport
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden