Mo, 18. Dezember 2017

Wechsel-Geld

19.11.2017 09:15

Sparprogramm: Energie sparen leicht gemacht

Zu hohe Heizkosten? Immer mehr Haushalte wechseln ihren Energielieferanten. Mit dem neuen Tarifrechner der E-Control lässt sich das günstigste - und maßgeschneiderte - Angebot leicht finden.

Können Sie sich noch an die Zeit vor der Liberalisierung des Gas- und Strommarktes erinnern? Damals wurden die Strompreise vom Energieminister auf Vorschlag einer Preiskommission, in der unter anderem die Sozialpartner vertreten waren, festgelegt. Ähnlich beim Gas: Hier sind die Preise direkt von den Sozialpartnern im Rahmen der "Paritätischen Kommission" ausgehandelt worden. In jedem Netzbereich gab es jeweils einen Monopolversorger - als Kunde hatte man keine Wahl. Wenn man z.B. mit dem Service nicht zufrieden war, konnte man den Anbieter nicht einfach wechseln. Erst seit der Liberalisierung im Jahr 2001 (Strom) bzw. 2002 (Gas) gibt es diese Möglichkeit. Heute sind in Österreich etwa 150 Stromanbieter und über 40 Gasanbieter aktiv. Ein durchschnittlicher Haushaltskunde in Wien kann aktuell unter mehr als 115 Angeboten wählen.

Fairer Schiedsrichter
Damals, also vor 16 Jahren, wurde auch die unabhängige Regulierungsbehörde E-Control gegründet. Denn um fairen Wettbewerb zu gewährleisten, braucht es klare Spielregeln für alle Marktteilnehmer. Die E-Control ist für die Aufstellung und Einhaltung eben dieser Regelungen verantwortlich. Sie ist gleichsam der Schiedsrichter auf dem Feld des liberalisierten Energiemarkts.

"Der freie Gasmarkt hat den heimischen Gaskunden viele Möglichkeiten eröffnet. Sie können einen beliebigen Anbieter wählen und haben eine größere Auswahl. Und das alles bei einer weiter sicheren Versorgung", fasst Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand der E-Control, die Vorteile für Konsumenten zusammen.

Immer mehr wechseln den Anbieter
In den Anfangszeiten der Marktöffnung gaben sich die heimischen Verbraucher noch eher zurückhaltend. Lediglich ein kleiner Teil der Haushalte (0,5 bis 1 Prozent) hat von der Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln, Gebrauch gemacht. "Erst seit 2011 sind die Wechselraten kontinuierlich angestiegen", erklärt Urbantschitsch. Seit der Liberalisierung haben sich rund 336.000 private Haushalte und 32.000 Unternehmen einen neuen Gaslieferanten gesucht. "Die heimischen Gaskunden wechseln deutlich häufiger ihren Anbieter als früher", so der E-Control-Vorstand. "Den Menschen wird immer mehr bewusst, wie viel Geld ein Wechsel spart und wie einfach dieser erledigt ist."

Tatsächlich kann sich der Wechsel des Energielieferanten deutlich in der Geldbörse bemerkbar machen. Ein Durchschnittshaushalt spart beim Wechsel vom angestammten Versorger zum günstigsten Gaslieferanten, je nach Wohnort, aktuell zwischen 400 und 700 Euro im Jahr. "Das ist das höchste Einsparpotenzial seit Beginn der Liberalisierung", weiß Urbantschitsch.

Günstige Preise, neue Alternativen
Die Kunden profitieren beim Wettstreit der Anbieter insbesondere von günstigeren Preisen. Der Faktor Preis ist aber nicht das Einzige, worauf die Leute achten. "Die Angebote der Unternehmen unterscheiden sich inzwischen auf vielfältige Weise", sagt Wolfgang Urbantschitsch. "Der Preis allein ist schon länger nicht mehr das einzige Entscheidungskriterium bei der Wahl des Strom- oder Gaslieferanten."

So gibt es in Österreich seit 2015 die Pflicht zur vollständigen Stromkennzeichnung. Die Herkunft des Stroms muss auf der Stromrechnung angegeben werden. "Der Strom hat in Österreich durchgehend ein Mascherl", sagt E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Mit ein Grund, warum durch Österreichs Netze mittlerweile so gut wie kein Atomstrom mehr fließt. Auch der Anteil an Erneuerbarer Energie wächst kontinuierlich. Das Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten ist gewachsen.

Tarifkalkulator Neu
Die Dynamik des Marktes mit seinen vielen neuen Möglichkeiten machte es unumgänglich, den praktischen Tarifvergleichsrechner der E-Control auf den allerneuesten Stand zu bringen. Eine der wesentlichen Voraussetzungen für einen funktionierenden Markt sind gut informierte Kunden. Deshalb wurde bereits im Zuge der Marktöffnung ein kostenloser Online-Tarifkalkulator eingeführt, der Privathaushalten einen objektiven, umfassenden und übersichtlichen Vergleich der Angebote ermöglicht. Vor wenigen Wochen wurde nun eine rundum erneuerte Version dieses Tarifrechners ins Netz gestellt.

So wie bei seinem Vorgänger, steht auch beim neuen Online-Rechner die einfache, selbsterklärende Bedienbarkeit an oberster Stelle. Nach wenigen Klicks und Eingaben (Haushaltsgröße, Postleitzahl usw.) werden für einen "Standard"-Haushalt die passenden Ergebnisse in Form einer übersichtlichen Liste angezeigt. Das funktioniert ganz ähnlich wie früher.

Viele neue Funktionen
Bei der Neuentwicklung des Tarifvergleichsrechners ist man aber noch ein paar Schritte weitergegangen. Entscheidender Teil der Überlegungen war es, auf Wunsch auch die ganze Vielfalt der diversifizierten Angebote mithilfe des neuen Rechners darstellen zu können.

"Die Verbraucher müssen die Möglichkeit haben, ihre individuelle Situation und ihre individuellen Wünsche möglichst genau abbilden zu können. Sei es, dass sie eine Wärmepumpe haben, sei es, dass sie auch Überschuss aus eigener Photovoltaik-Produktion einspeisen (Stichwort "Prosumer") oder sei es, dass sie an zusätzlichen Leistungen ihres Lieferanten interessiert sind oder für sie eine Gesamtrechnung für Energie und Netz wichtig ist.", erklärt Wolfgang Urbantschitsch.

Trotz der vielen neuen Funktionen ist die Bedienung des Rechners nicht kompliziert und die Darstellung der Ergebnisse sehr übersichtlich gestaltet. Probieren Sie es aus und berechnen Sie Ihr persönliches Einsparpotenzial! Ein Anbieterwechsel ist übrigens viel einfacher als gedacht - und mit wenigen Klicks direkt vom Tarifkalkulator aus durchführbar. Einfach Anmeldeformular ausfüllen und absenden, alles Weitere erledigt der neue Lieferant.

Fünf Tipps für sparsames Heizen
1. Temperatur absenken: Viele Räume werden stärker beheizt als nötig. Durch Absenken der Raumtemperatur um nur 1° C wird rund sechs Prozent Heizenergie gespart! Zur Orientierung können folgende Richtwerte herangezogen werden: Wohnräume: 20 bis 22 °C, Schlafzimmer: 16 bis 18 °C, Kinderzimmer: 20 bis 21 °C, Bad: 20 bis 24 °C, Vorzimmer: 15 bis 16 °C.

2. Automatische Heizungssteuerung und Thermostatventile: Ein Thermostatventil am Heizkörper reguliert die Temperatur eines einzelnen Zimmers. Wenn die Raumtemperatur über den eingestellten Wert steigt, schaltet das Thermostatventil den betreffenden Heizkörper automatisch ab. Das spart Heizkosten und sorgt für optimale Wärme. Sinnvoll ist auch ein Heizsystem mit Zeitschaltung. Es steuert den Heizbedarf unter Berücksichtigung der Lebensgewohnheiten und sorgt etwa für die automatische Nachtabsenkung.

3. Heizkörper vor den Vorhang Verbaute oder durch lange Vorhänge verdeckte Heizkörper geben weniger Wärme ab, weil Luftzirkulation und Wärmestrahlung beeinträchtigt sind. Am besten ist es, auf Heizkörperverkleidungen zu verzichten und lange Vorhänge zur Seite zu binden.

4. Regelmäßig warten: Eine schlecht gewartete Heizung kann bis zu 20 Prozent mehr Energie verbrauchen. Wenn es in den Rohren gluckert, sollten die Heizkörper entlüftet werden. Regelmäßige Wartung des Heizsystems durch Fachleute spart Energie - und Kosten. Heben Sie alle Wartungsprotokolle gut auf.

5. Stoßlüften: Durchgängig gekippte Fenster sind Energieverschwendung! Am besten die Fenster mehrmals am Tag, jeweils für ein paar Minuten, weit öffnen. So kommt ausreichend frische Luft rein, ohne dass der Raum unnötig abgekühlt wird. Das verkürzt die Aufheizzeit, weniger Energie wird verbraucht.

Günther Kralicek, wohnkrone.at

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