Fr, 24. November 2017

826 Tote in Europa

15.11.2017 08:01

Terror: Opferzahl so hoch wie seit 2002 nicht mehr

Immer häufiger wurden in den vergangenen Jahren Europas Metropolen Ziel blutiger Terroranschläge. Allein im Jahr 2016 starben 826 Menschen bei den Attacken, 658 alleine in der Türkei. Damit waren in Europa so viele Terrortote zu beklagen wie seit 2002 nicht mehr, wie aus dem Global Terrorism Index der Londoner Denkfabrik IEP (Institute for Economics and Peace) hervorgeht, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Die Zahl der weltweiten Terroropfer ist allerdings im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge gesunken. Demnach starben 2016 weltweit 25.673 Menschen bei terroristischen Anschlägen - um 13 Prozent weniger als im Jahr davor und 22 Prozent weniger als noch 2014. Angesichts der militärischen Niederlagen der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak sieht das IEP bereits einen Wendepunkt im Kampf gegen islamistischen Extremismus gekommen.

Nicht so gut sind die Nachrichten, wenn man nur Europa betrachtet. Es gibt aber Anzeichen, dass sich 2017 ein Rückgang abzeichnen könnte, so die Experten. Außerdem gelinge es den Sicherheitsbehörden immer häufiger, Anschläge zu verhindern. Probleme bereiten jedoch Attacken, die mit einfachen Mitteln durchgeführt werden können, beispielsweise mit Fahrzeugen.

Stärkster Rückgang in Nigeria
Der größte Teil der terroristischen Aktivitäten spielt sich in Afrika, im Nahen Osten und Asien ab. Dort ging die Zahl der Toten in vier der fünf am stärksten betroffenen Ländern teils drastisch zurück. Den stärksten Rückgang verzeichnete Nigeria mit einem Rückgang von 80 Prozent. Grund dafür sei vor allem die internationale Militäroperation gegen die Terrormiliz Boko Haram, heißt es in dem Bericht. Auch in Pakistan, Syrien und Afghanistan sank die Zahl der Toten. Kein positives Bild zeichnet sich im Irak ab, dort stieg die Zahl der Terroropfer um 40 Prozent auf 9765. Verantwortlich dafür war vor allem die IS-Miliz.

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