Do, 23. November 2017

2 Schwerverletzte

15.11.2017 07:09

Hirsch läuft in Auto und landet auf den Sitzen

Schilder warnen auf der Strecke von Kössen nach Erpfendorf in Tirol vor starkem Wildwechsel und Lebensgefahr. Zu Recht: Auf Höhe Straßenkilometer 7,3 passierte am Mittwoch um 7.15 Uhr ein folgenschwerer Unfall, bei dem Vater (47) und Sohn (15) aus Traunstein erheblich verletzt wurden. Statt auf die Skipiste ging es ins Spital. Die Verletzten sind außer Lebensgefahr.

Der Deutsche wollte laut Polizeiangaben zum Skifahren nach Kitzbühel und wählte dazu die Erpfendorfer Straße, die für starken Wildwechsel bekannt ist. Schilder warnen eindringlich vor der Gefahr. Aber was hilft das: Um 7.15 Uhr lief ein Hirsch direkt vor den VW-Kombi des Lenkers, wurde erfasst und durch die Windschutzscheibe auf die Vordersitze geschleudert.

"Keine Chance, dem Hirsch auszuweichen"
Das Tier starb, beide Insassen wurden erheblich verletzt. Der Vater wurde - nach Erstversorgung am Unfallort - mit dem Rettungshubschrauber nach Traunstein geflogen, der Sohn ins Krankenhaus nach St. Johann gebracht. Martin Reisenzein, Polizeikommandant für den Bezirk Kitzbühel, im Interview mit der "Krone": "Der Unfall ist relativ glimpflich ausgegangen, beide Opfer sind außer Lebensgefahr. Eine Befragung des Lenkers war bisher noch nicht möglich. Auf dieser Strecke haben sich schon häufig Wildunfälle ereignet, an tödliche kann ich mich aber nicht erinnern - und an einen so spektakulären wie diesen auch nicht. Der Lenker hatte jedenfalls keine Chance, dem Hirsch auszuweichen."

Laut Erhebungen des Kuratoriums für Verkehrssicherheit passiert auf unseren Straßen alle sieben (!) Stunden ein Wildunfall. Experten wissen, dass die meisten Unfälle in der Früh zwischen 5 und 7 Uhr sowie am Abend von 20 bis 23 Uhr passieren. In dieser Zeit sollte in Zonen mit häufigem Wildwechsel besonders vorsichtig gefahren und die Geschwindigkeit entsprechend angepasst werden.

Wild nicht ausweichen
Wenn ein Zusammenstoß mit einem Wildtier unvermeidlich ist, sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr für Insassen geringer. Ein Ausweichmanöver ist nicht zu empfehlen, denn dieses ist viel riskanter als ein Zusammenstoß mit dem Tier.

Günther Krauthackl, Kronen Zeitung

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