Do, 23. November 2017

Falschmeldungen

15.11.2017 06:10

Lügen und Unsinn rund um türkis-blaue Gespräche

Die Koalitionsgespräche zwischen ÖVP und FPÖ sollen in bester Stimmung verlaufen. Was wirklich läuft, lässt sich schwer beurteilen. Die Teams von Türkis und Blau verschanzen sich hinter nebulosen Optimismusfloskeln. Da und dort werden Gerüchte gestreut, die der Nährboden für Lügengeschichten und blanken Unsinn sind. Das gehört aber zum schwer verhinderbaren Repertoire von Regierungsverhandlungen. In den vergangenen Tagen kam es jedoch zu einer Häufung von Falschmeldungen und dazugehörenden Dementis.

"Bericht über Pläne zur Einführung von Ambulanzgebühren ist unwahr" - dieses Dementi hat Dienstagfrüh die ÖVP-Zentrale ausgeschickt. Damit wehrt sich das Verhandlungsteam von Parteichef Sebastian Kurz gegen die nicht unplausible "Standard"-Story, wonach eine türkis-blaue Regierung plant, Versicherten, die entgegen einem fachlichen Rat eine Ambulanz aufsuchen, künftig eine Gebühr dafür aufzubrummen.

Brüsk ins Reich der Erfindung verwiesen wird auch eine Krawallblatt-Geschichte, wonach die FPÖ das Tempolimit auf Autobahnen abschaffen wolle. "Frei erfunden", heißt es dazu von den Freiheitlichen.

Schelling im Zentrum der Gerüchteküche
Lieblingsspielfeld für diffuse Spekulationen sind wie üblich während Koalitionsverhandlungen die Personalfragen. Im Zentrum der Gerüchteküche steht derzeit Finanzminister Hans Jörg Schelling, über dessen Verbleib oder Abgang die wildesten Fantasien blühen.

"Kurz hat umdenken müssen"
Originell in diesem Zusammenhang der "Kurier", der vergangenen Samstag berichtete, dass Schelling "wirklich gute Karten" habe, neuer Vorsitzender der Eurogruppe zu werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass er zum Zeitpunkt der Wahl des Euro-Chefs am 4. Dezember noch Finanzminister ist. Daher habe ÖVP-Boss Kurz nun umdenken müssen und sich dem Vernehmen nach für Schellings Verbleib als Finanzminister entschieden.

Zwei Tage später heißt es dann in großer Aufmachung im "Kurier": "Es ist völlig unrealistisch, dass Schelling diesen Job bekommt." Logischer Schluss daraus: Damit wäre dann auch Schellings Verbleib im Finanzministerium nicht mehr nötig. Wahr ist allerdings, dass die Finanzminister-Frage nicht entschieden ist. Wahr ist auch, dass Schelling in der FPÖ durchaus kritisch gesehen wird.

FPÖ will Finanzminister
Zudem - und das ist das neueste Gerücht - soll die FPÖ darauf drängen, den Finanzminister zu erhalten. Wenn die ÖVP den Kanzler stellt, dann sollte die FPÖ das Finanzministerium bekommen, lautet die aktuelle Parole. Als möglicher blauer Finanzministerkandidat wird der Vierfach-Akademiker und Steuerberater Hubert Fuchs genannt.

Kronen Zeitung

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