Mo, 20. November 2017

Enge Partnerschaft

13.11.2017 21:57

Erdogan zu Besuch bei Putin am Schwarzen Meer

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Kreml-Chef Wladimir Putin jetzt in der russischen Stadt Sotschi empfangen. Der russische Präsident empfing seinen Amtskollegen aus der Türkei in seiner Residenz am Schwarzen Meer. Beide Länder haben sich nach einer Eiszeit, weil die Türkei einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte, wieder angenähert. Die Präsidenten haben sich dieses Jahr schon mehrmals getroffen und ihre enge Partnerschaft signalisiert.

Es war bereits Erdogans dritter Besuch in diesem Jahr bei seinem russischen Amtskollegen Putin. Insgesamt sind die beiden Staatschefs in diesem Jahr bereits fünf Mal zusammengekommen.

Werbung für politische Lösung des Syrien-Konflikts
Bei ihrem fünten Treffen warben Russland und die Türkei für weitere Bemühungen um eine politische Lösung des Syrien-Konflikts. "Unsere gemeinsame Arbeit mit der Türkei und dem Iran im Astana-Prozess liefert konkrete Ergebnisse. Die Gewalt (in Syrien) ist zurückgegangen", sagte Putin nach dem rund 2,5 Stunden langen Gespräch mit Erdogan am Montagabend in Sotschi.

Putin sagte, er habe Erdogan über seine gemeinsame Erklärung zum Syrien-Konflikt mit US-Präsident Donald Trump informiert. Russland und die USA hatten das Papier am Rande des APEC-Gipfels in Vietnam am Wochenende aufgesetzt.

Erdogan hatte die Erklärung vor dem Treffen mit Putin kritisiert. Nun sagte er lediglich, die Türkei halte die Erklärung für wichtig. Der türkische Präsident betonte, man sei sich einig darüber, sich auf eine politische Lösung des Syrien-Konflikts konzentrieren zu wollen.

Putin und Erdogan sprachen in Sotschi auch über bilaterale Fragen. Bis in die zweite Jahreshälfte 2016 hatte noch Eiszeit zwischen den beiden Nationen geherrscht. Auslöser der schweren Krise war der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei im November 2015.

Erdogan fordert Ende der Visa-Pflicht
Im August 2016 legten beide Seiten den Konflikt offiziell bei, nachdem Erdogan sich entschuldigte. Die damals verhängten Sanktionen hat Moskau aber immer noch nicht vollständig aufgehoben. So gilt immer noch eine Visa-Pflicht für Türken, die nach Russland wollen.

Erdogan forderte nun die Abschaffung dieser Regel: "Unsere aktuelle Handelsbilanz beträgt dieses Jahr 15 Milliarden Dollar. Unser Ziel waren 100 Milliarden. Damit wir das schaffen, muss die Visa-Pflicht wieder abgeschafft werden." Putin sagte lediglich, sie hätten darüber gesprochen, weitere Beschränkungen zu beenden.

Weiteres Gesprächsthema der beiden Präsidenten war das geplante Atomkraftwerk Akkuyu in der Türkei, an dessen Bau der russischen Konzern Rosatom beteiligt ist. Der erste Reaktor solle 2023 starten.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden