Sa, 18. November 2017

Schladming

13.11.2017 16:02

Zur Sicherheit: Startnummer für alle Perchten

Früher Brauchtumsfeier, heute Massenevent. Perchtenumzüge erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, parallel zu den Besucherzahlen steigt leider auch die Gewaltbereitschaft. Um derartige Eskalationen wie zuletzt in Völkermarkt (Ktn.) mit sechs Verletzten zu verhindern, wird der Ruf nach strengeren Kontrollen laut.

Besonders brutal ging es wie berichtet am Wochenende bei einem Perchtenlauf in Völkermarkt zu: Hinter einigen Masken steckten Schläger, die einem jungen Mädchen den Finger brachen und gleich mehrere Besucher mit schweren Ketten blutig schlugen.

Auch wenn sich die feigen Täter (zwei Krampusgruppen aus Kärnten und der Steiermark) mittlerweile entschuldigt haben - das gesamte "Brauchtums"-Treiben erleidet damit einmal mehr einen gewaltigen Imageschaden. Was vor allem jene ärgert, die sich an die Regeln aus eigenem Antrieb und ehrlicher Überzeugung halten: "Für uns ist es selbstverständlich, dass Kinder in Ruhe gelassen und nur Ruten, sicher aber keine Ketten mitgenommen werden", sagt der Sprecher einer südsteirischen Gruppe.

Größter Umzug in Schladming
Versprechen alleine sind den Veranstaltern des Schladminger Krampuslaufes, der mit etwa 10.000 Besuchern und 800 Perchten zu den größten des gesamten Alpenraums zählt, zu wenig: "Wir haben mittlerweile einen durchgehenden Gitterkorridor, Teilnehmer und Zuseher können nirgends direkt aufeinander treffen", sagt Organisator Achim Wippel. 100 Securitys sind zusätzlich zur Polizei im Einsatz, jede einzelne Percht wird direkt beim Einzug kontrolliert: "Alkohol, Pyrotechnik oder etwa Ketten sind Tabu, da sind wir ganz streng", betont Wippel.

Bewährt hätte sich auch das im Vorjahr eingeführte Startnummern-System, mit dem die Identität jedes einzelnen nachvollzogen werden kann: "Die Teilnehmer sollen sich darüber bewusst sein, dass sie nicht hinter einer anonymen Maske der agieren können", so der Veranstalter.

Barbara Winkler, Kronen Zeitung

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