Sa, 18. November 2017

48-Hours-Challenge

17.11.2017 13:56

Krank: Teenager geben vor, vermisst zu sein

Ein neues Facebook-Spiel sorgt für Irritation. Bei der 48-Hours-Challenge verschwinden Teenager spurlos und geben vor, vermisst zu sein. Sie melden sich nicht bei ihren Eltern und reagieren auch nicht auf Freunde, Bekannte und die Polizei. Für jeden Suchaufruf auf einer Social-Media-Plattform gibt es Punkte, ebenso für die Dauer des Verschwindens. Aus Irland sind bereits einige Fälle bekannt. City4U hat sich umgehört, ob der Trend auch schon in Wien angekommen ist.

Ice-Bucket-Challenge, 30-Tage-Sport, Lippen wie Kylie Jenner, 48 Stunden ohne Schlaf - in den sozialen Netzwerken gab es schon mehr als genug Challenges. Einige wenige waren lustig und sinnvoll, die meisten anderen jedoch dumm und gefährlich.

#Tu so, als wärst du vermisst

Nun gibt es eine neue Challenge, die nicht nur besonders rücksichtslos, sondern auch sehr gefährlich sein kann. Im neuen Game "48-Hours-Challenge" werden Jugendliche dazu animiert, für 48 Stunden spurlos zu verschwinden. Die Eltern wissen genauso wenig Bescheid wie die meisten Freunde. Das Spiel zielt nämlich darauf ab, so viele Vermisstenaufrufe in den sozialen Netzwerken wie möglich zu sammeln, denn für jeden gibt es Punkte. Auch die Dauer des Verschwindens wird in Points umgewandelt. Wer am Ende die meisten hat, ist der Sieger.

#Ohne Rücksicht auf Verluste

Im Jahr 2015 gab es bereits das "72-Hours-Games" in Europa. In Paris verschwand eine 13-Jährige für drei Tage. Beim neuen Spiel galt ein 14 Jahre alter Bub aus Irland 55 Stunden als vermisst. Dass die Eltern dabei krank vor Sorge sind, ist ihnen anscheinend egal. Im Gegenteil: Für jede Nennung in den sozialen Netzwerken bekommen sie Punkte. Das heißt, wenn verzweifelte Mütter und Väter Vermisstenmeldungen auf Facebook posten, verhelfen sie den "Spielern" zu einem höheren Score.

#Mutter dachte, Sohn wäre tot

Der Teenager aus Irland ignorierte sogar das 48 Stunden-Limit und blieb noch länger weg. Die verzweifelte Mutter erzählte der englischen Presse, dass sie dachte, ihr Sohn wäre tot. Trotzdem zeigte er keine Reue. Die Frau entdeckte, dass der 14-Jährige durch sein langes Verschwinden beim Spiel nun auf den vorderen Plätzen rangiert.

#Rebellion und Streitigkeiten

Im vergangenen Jahr wurden in Wien 2.179 Minderjährige als vermisst gemeldet. Mehr als die Hälfte kam innerhalb der ersten zwei Tage wieder nach Hause oder wurde von der Polizei aufgegriffen. "Viele der Abgängigen, nämlich 1.763, sind Minderjährige aus sozialen Einrichtungen. Diese erstatten Anzeige, sobald ein Bewohner zu spät in die Unterkkunft zurückkehrt", erklärt Polizeisprecher Daniel Fürst im Gespräch mit City4U. Gründe für das Verschwinder der Teenager sind Streitigkeiten, Rebellion oder allgemeine Unzufriedenheit.

#In Wien zum Glück noch keine Fälle bekannt

Fürst bestätigt zudem, dass in Wien noch keine Jugendlichen im Rahmen der 48-Hours-Challenge vermisst gemeldet worden wären. "Natürlich kann es das geben, aber uns liegen keine Abgängigkeiten in diesem Zusammenhang vor." So bleibt es vor allem unter den Eltern zu hoffen, dass diese Challenge, so wie viele andere auch im Internet, nur von kurzer Dauer ist - bevor einem "Spieler" wirklich etwas zustößt.

November 2017

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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