Sa, 18. November 2017

Nach #meetoo-Debatte

11.11.2017 15:03

Nina Proll: Aber da war ja noch ein Film ...

"Anna Fucking Molnar" heißt er, der neue Film von Nina Proll. Möchte man dieser Tage über ihn sprechen - er kommt am 24. November in die Kinos -, ist das gar nicht so einfach. Seitdem sich der Publikumsliebling zu den zahlreichen sexuellen Belästigungs-Skandalen geäußert hat, steht dieses Thema stets im Vordergrund. Die Vorwürfe, Prolls umstrittene Stellungnahmen wären aus einem Kalkül heraus entstanden, um PR für ihren Film zu machen, nimmt sie mit Humor.

"Es war absoluter Zufall, dass der Skandal um Harvey Weinstein ausgerechnet jetzt herausgekommen ist - so kurz vor Filmstart. Das konnte ich vor sechs Jahren, als ich angefangen habe zu schreiben, wirklich nicht voraussehen", schmunzelte Proll im "Krone"-Talk. Nach einem viertelstündigen Gespräch darüber - ja, auch wir ließen uns hinreißen -, ging es dann endlich darum, was die Proll am besten kann: Filme machen.

In ihrem neuesten Streifen, "Anna Fucking Molnar", steht die Schauspielerin aber nicht nur mit ihren Kollegen Murathan Muslu, Uwe Ochsenknecht, Franziska Weisz, Simon Schwarz, Robert Palfrader und Ehemann Gregor Bloéb vor der Kamera, sondern lieferte auch erstmals das Drehbuch.

"Eine Frau, die selbstbestimmt durchs Leben geht"
Warum ausgerechnet jetzt? "Weil ich das Gefühl hatte, dass mir nicht das angeboten wurde, was ich gerne spielen würde. Ich wollte eine Frau zeigen, die absolut selbstbestimmt durchs Leben geht. Meine Rolle ist anfangs ja eine kapriziöse, divenhafte und exaltierte Schauspielerin, die ihr Umfeld drangsaliert. Erst durch ihr Scheitern wird sie zu einem sympathischen, liebenswerten Menschen, der sich darüber Gedanken macht, was sie in ihrem Beruf und ihrem Leben will. Das große Thema ist Liebe und Selbstliebe."

Ob die Geschichte autobiografisch ist? "Das Scheitern und Wiederaufstehen und die Vater-Tochter-Beziehungen auf jeden Fall. Es ist eine Liebeserklärung an meinen Vater, der mir ein unverkrampftes Verhältnis zum anderen Geschlecht ermöglicht hat. Und wenn der Film einen kleinen Beitrag leistet, dass Männer und Frauen besser auf einander zugehen, dann hat sich die Arbeit gelohnt." Wünschenswert, bei den aktuellen Debatten …

Kálmán Gergely, Kronen Zeitung

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