Mi, 23. Mai 2018

Rohstoff vor der Tür

11.11.2017 12:32

Graz baut auf Holz

Der Bau-Boom in Graz ist unübersehbar. Nur in den vergangenen fünf Jahren sind 18.000 Wohnungen neu errichtet worden. Immer öfter wird für Neubauten der Werkstoff Holz eingesetzt, vor allem von der öffentlichen Hand, etwa bei der Errichtung neuer Schulen. VP-Bürgermeister Siegfried Nagl will einen Holzbau-Boom.

Die Vorteile des nachwachsenden Rohstoffs Holz seien vielfältig, ein Trumpf sei dessen Klimaneutralität. "Ein Kubikmeter verbautes Holz speichert eine Tonne CO2", rechnet Pro-Holz-Steiermark (das Sprachrohr für Holz- und Waldwirtschaft) vor. Die Steiermark ist ja ein Holz-Land. 55.000 Jobs hängen an der Holzwirtschaft, in keinem anderen Bundesland gibt es so viel Holz (61 Prozent der Fläche). Alle drei Sekunden wächst in der Steiermark ein Kubikmeter Holz nach. Was liegt also näher, als Holz zu einem wichtigen Baustoff zu machen?

Entspannter Lernen

In Graz ist es vor allem die öffentliche Hand, die vorangeht. Zahlreiche Schulneubauten wurden auf Holz gebaut. Eine Studie in der Hauptschule Haus im Ennstal hat übrigens gezeigt, dass Schüler in Klassen aus Holz entspannter lernen.

Der Grazer VP-Bürgermeister Siegfried Nagl will aber einen "echten Holzbau-Boom in Graz lostreten, dem vermehrt private Investoren folgen. Der Raum, der uns umgibt, verändert uns und die Menschen in unserem Umfeld. Darum ist sorgsames und qualitätsvolles Bauen wichtig."

Erste Schule für Holz

Nagl ist überzeugt, dass Graz mit dem Thema Holz international punkten kann - und damit auch wirtschaftlich. Erste Schritte wurden bereits gesetzt, etwa mit der NMS Straßgang, der ersten Neuen Mittelschule in Österreich mit dem Thema Holz als Unterrichtsschwerpunkt. An der TU gibt es eine eigene Professur für Architektur und Holzbau.

Riesiger Holz-Campus?

Nagl will auch bei kommenden städtischen Bauten auf Holz bauen - etwa beim geplanten riesigen Bildungs-Campus in Graz-Reininghaus. Bauherr ist die Bundesimmobiliengesellschaft. Nagl will nun Überzeugungsarbeit leisten.

Von: Gerald Richter

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